Offenbarung 17 enthüllt 

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Das siebzehnte Kapitel der Offenbarung ist sicherlich eines der spannendsten Kapitel in der Offenbarung. Es schildert uns das Emporkommen und das Schicksal eines geheimen Bündnisses zwischen einer Hure namens Babylon und einem Tier. Dieses Bündnis wird seine ganze Macht aufbieten, um Krieg gegen Gott und Seine Gemeinde zu führen. Doch am Ende werden die Teilhaber jenes Bündnisses schrecklich zu Grunde gehen und Jesus Christus und Seine Gemeinde wird den Sieg behalten.

Die Offenbarung eines Geheimnisses

Wenn die Bibel Worte gebraucht, wie „Hier ist Sinn, zu dem Weisheit gehört.“ (Offb 17, V.9) oder „Ich will dir das Geheimnis kundtun...“ (Offb 17, V.7), dann signalisiert sie uns die Offenbarung eines besonderen Geheimnisses. (Vgl. Offb 13,9.18) Auch für den Propheten Johannes war diese Darstellung offensichtlich ein Geheimnis, denn er sagt:

„Und ich wunderte mich sehr, als ich sie sah.“ (Offb 17,6) Ähnlich wie der Prophet Daniel (Daniel 7,15.16; 8,27) versteht auch Johannes zuerst nicht, was das von ihm Geschaute zu bedeuten habe. Und da er sich wundert, beginnt der Engel, diese für das Gottesvolk überlebenswichtige Darstellung zukünftiger Ereignisse zu erklären.

„Und der Engel sprach zu mir: Warum wunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis der Frau und des Tieres, das sie trägt und sieben Häupter und zehn Hörner hat.“ (Offb 17,7) Diese Ankündigung ist auch für uns eine kostbare Verheißung, dass wir die hier enthaltenen Geheimnisse verstehen können. Wir wollen daher versuchen, dieses Kapitel zu verstehen, indem wir schrittweise zusammentragen, was uns an Erklärungen zu den hier gegebenen Symbolen zur Verfügung steht.


Sieben Häupter und zehn Hörner in Offenbarung 12 und 13

Worum geht es im 17. Kapitel der Offenbarung? Lesen wir Vers 3:

„Und er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das war voll lästerlicher Namen und hatte sieben Häupter und zehn Hörner.“ Offb 17,3

Ein solches Tier mit sieben Häuptern und zehn Hörnern kennen wir schon aus Offenbarung 12 und Offenbarung 13. Bevor wir die Beschreibung aus dem siebzehnten Kapitel genauer betrachten, wollen wir einen kurzen Blick auf Kapitel 12 und 13 werfen, um festzuhalten, was uns bis zu dieser Stelle in der Offenbarung über dieses Tier bereits mitgeteilt wurde. 
Auch in diesen Kapiteln wird uns jeweils ein Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern vorgestellt.

„Und es erschien ein anderes Zeichen am Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen,...“ (Offb 12,3) „Und ich sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern lästerliche Namen.“ (Offb 13,1) Diese drei Kapitel - Offenbarung 12,13 und 17 - beschreiben das Tier mit den zehn Hörnern und den sieben Häuptern so gut, dass wir keinen Zweifel bei der Identifizierung dieses Tieres haben müssen.
Ein Tier bedeutet in der biblischen Prophetie grundsätzlich eine Macht oder ein Reich. So werden die von Daniel in der Vision gesehenen Tiere, die aus dem Meer emporsteigen, als „vier große Königreiche, die auf Erden kommen werden“ (Daniel 7,17) erklärt.

Das heidnische Rom

Im zwölften Kapitel, wo uns das Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern zum ersten mal vorgestellt wird, heißt es: „Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße. Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron.“ Offb 12,4.5
Dieses Kind, das alle Völker mit eisernem Stabe weiden sollte und zu Gott entrückt wurde, ist niemand anderes als Jesus Christus (vgl. Offb 19,15.13 mit Johannes 1,14). Jesus sollte also nach Seiner Geburt von einem Königreich verfolgt und getötet werden. Dies wurde durch das römische Reich versucht, als deren Vertreter Herodes, der König von Judäa, den Befehl gab, alle männlichen Babys in Bethlehem töten zu lassen. (Matthäus 2,16-18)
Hinter dem Symbol des Drachen verbirgt sich also das heidnische Rom. Jemand mag einwenden, dass es sich laut Offb 12,9 dabei um den Teufel handelt. Das ist auch richtig. Allerdings wirkt der Widersacher Gottes nicht in seiner leibhaftigen Gestalt, sondern durch Mächte und Königreiche. Weitere Beispiele hierfür finden sich in Daniel 10,13.20 und Hesekiel 28,12-14. Ellen G. White schreibt dazu im „großen Konflikt“. „Der Drache ist Satan (Offb. 12, 9), denn dieser reizte Herodes, den Heiland umzubringen. Sein hauptsächliches Werkzeug, um in den ersten Jahrhunderten des christlichen Zeitalters Krieg gegen Christum und Sein Volk zu führen, war das römische Reich mit seiner vorwiegend heidnischen Religion. Während so der Drache hauptsächlich Satan darstellt, so ist er in einem andern Sinne das heidnische Rom.“ (Der große Konflikt 411)

Das päpstliche Rom

Es wird in diesem zwölften Kapitel allerdings schon deutlich, dass Rom nicht nur während seiner heidnischen Phase eine verfolgende Macht darstellte, sondern auch während seiner päpstlichen Phase. Der sechste Vers von Kapitel 12 erwähnt die päpstliche Vorherrschaft von 1260 prophetischen Tagen - also 1260 wirklichen Jahren, während der vierzehnte Vers von 3 1/2 Jahren spricht, welche mit den 42 Monaten aus Offb 13,5 und den 1260 Tagen identisch sind. Diese Zeitspanne erstreckte sich von 538 n.Chr. bis 1798. Die vielen Prophezeiungen, die das Papsttum eindeutig identifizieren, können hier nur stichpunktartig aufgelistet werden und müssen an anderer Stelle ausführlicher behandelt werden. 
Im dreizehnten Kapitel der Offenbarung werden dem Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern folgende zur Identifizierung verhelfende Merkmale gegeben:

1. Das Symbol „Tier“ stellt eine politische Macht dar (Dan 7,17).
2. Die Stichworte „Anbetung“ (Offenbarung 13,4) und „Lästerung“ (V.5) verraten, dass es sich auch um eine religiöse Macht handelt.
3. Es übernimmt die Macht des Drachen (V.2), d.h. des heidnischen Roms.
4. Es lästert. Nach biblischer Definition bedeutet dies
a) sich als Mensch an Gottes Stelle zu setzen (Johannes 10,33),
b) sich anzumaßen, als Mensch Sünden vergeben zu können (Markus 2,5-7).
5. Es verfolgt die Heiligen, d.h. die Christen. (V.7)
6. Es handelt sich um eine übergeordnet herrschende Macht (V.7).
7. Es übt diese schreckliche Vorherrschaft 1260 Jahre lang aus (V.5).

Allein diese ausgewählte Auflistung von Merkmalen macht eindeutig klar, daß es sich bei dem Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern, das uns im dreizehnten Kapitel beschrieben wird, um das päpstliche Rom handelt.
Das Papsttum entstand als religiös-politische Macht [1. und 2.] aus dem heidnischen Rom [3.], erhebt den Anspruch, Gottes Stelle auf Erden einzunehmen [4a] („Wir haben den Platz des allmächtigen Gottes inne.“ Papst Leo XIII, Rundschreiben 20.06.1894), maßt sich das Recht an, Sünden vergeben zu können [4b] (Ablassbriefe, Ohrenbeichte), es hat die Heiligen verfolgt [5.] (Inquisition), alle Länder und Fürstentümer waren ihm hörig [6.] und diese uneingeschränkte Vorherrschaft währte von 538 n.Chr. (laut Dan 7 vom Ausreißen des dritten Hornes - die Vernichtung der Ostgoten) bis 1798 (nachdem die Franzosen in Italien die Republik ausriefen und den Papst in Gefangenschaft führten) [7.].
E.G. White kommentiert: „Im 13. Kapitel, Vers 1-10, wird ein anderes Tier beschrieben, "gleich einem Panther," welchem der Drache "seine Kraft und seinen Stuhl und große Macht" gab. Dies Sinnbild stellt, wie auch die meisten Protestanten geglaubt haben, das Papsttum dar, welches zu der Kraft, dem Stuhl und der Macht des alten römischen Reiches gelangte. (J. F. Clarke, Zehn große Religionen.) Von dem pantherähnlichen Tier wird gesagt: "Es war ihm gegeben ein Mund, zu reden große Dinge und Lästerungen. Und es tat seinen Mund auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und seine Hütte, und die im Himmel wohnen. Und ward ihm gegeben zu streiten mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ihm ward gegeben Macht über alle Geschlechter und Sprachen und Heiden." Diese Weissagung, welche sich fast deckt mit der Beschreibung des kleinen Horns in Daniel 7, weist unzweifelhaft auf das Papsttum hin.“ Der große Konflikt 411

Diese Fülle von Beweisen aus dem zwölften und dreizehnten Kapitel beweisen, dass uns die Prophezeiung auch im Kapitel 17 in dem Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern keine andere Macht als Rom vorführt. Hinzu kommt eine geografische Beschreibung der Stadt, nach der das gesamte Reich benannt ist: „Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt, und es sind sieben Könige.“ (Offb 17,9) Selbst die uns am fernsten stehenden Theologen teilen die Ansicht, dass es sich bei dieser Beschreibung um die in aller Welt bekannte Sieben-Hügel-Stadt Rom handeln muss.

Unterschiede zwischen den Tieren

Es stellt sich nun die Frage, ob die Bibel in den drei Kapitel dreimal exakt dasselbe beschreibt? Die Antwort lautet: Nein! Aber sie beschreibt die gleiche verfolgende Macht mit drei verschiedenen Schwerpunkten. Offenbarung 12 setzt seinen Schwerpunkt auf das heidnische Rom, während uns Offenbarung 13 das päpstliche Rom beschreibt. In der Beschreibung der Abfolge der sieben Köpfe werden uns in Kapitel 12 schwerpunktmäßig die ersten sechs Köpfe des heidnischen Roms dargestellt, während Kapitel 13 „eines seiner Häupter“ (Offb 13,3), nämlich das päpstliche Rom, vor Augen führt. Das siebzehnte Kapitel schildert uns dazu noch geheimnisvoll einen achten Kopf. Bevor wir das Geheimnis dieser Köpfe lüften, wollen wir das siebzehnte Kapitel gründlich von Beginn betrachten.

Kapitel 17

Offenbarung 17,1 Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir zeigen das Gericht über die große Hure, die an vielen Wassern sitzt, 17,2 mit der die Könige auf Erden Hurerei getrieben haben; und die auf Erden wohnen, sind betrunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei. 17,3 Und er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das war voll lästerlicher Namen und hatte sieben Häupter und zehn Hörner. 17,4 Und die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und geschmückt mit Gold und Edelsteinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll von Greuel und Unreinheit ihrer Hurerei, 17,5 und auf ihrer Stirn war geschrieben ein Name, ein Geheimnis: Das große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden. 17,6 Und ich sah die Frau, betrunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich sehr, als ich sie sah.

Eine Frau stellt in biblischer Prophetie eine Gemeinde bzw. Kirche dar (2.Korinther 11,2). Ist diese ihrem Bräutigam Jesus Christus (Matthäus 9,15) treu, wird sie als Braut oder Jungfrau beschrieben (Offb 19,7; 14,4; 12,1 ff.). „Er (Christus) verkörpert den Bräutigam und sie (die Gemeinde) die Braut.“ Erziehung 246; s.a. BK 548 Ihre Glieder sind Bürger des himmlischen Jerusalems, weshalb die himmlische Stadt ebenfalls als Braut des Lammes bezeichnet wird. 
Fällt sie aber von ihrer Treue ab, wird sie als Hure bezeichnet. Sie bekennt sich zwar zu ihrem Bräutigam mit den Lippen, spreizt aber für die Könige auf Erden ihre Beine (Hesekiel 16,25; Kap. 23). Diese abgefallene Kirche sitzt - wie schon erwähnt - auf der Sieben-Hügel-Stadt Rom. Es ist erstaunlich, wie präzise und lange vor dem Abfall die Bibel den Sitz dieser Kirche vorhersagt. Durch ihren Reichtum (Gold, Edelsteine und Perlen, V.4), ihre Gewänder (bekleidet mit Purpur und Scharlach, V.4) und ihre Diplomatie (Hurerei mit den Königen auf Erden getrieben, V.2) erfüllt nur die römisch-katholische Kirche exakt die in diesem Kapitel angegebene Beschreibung.

Der Wein der Hurerei

Was bedeutet der „Wein ihrer Hurerei“? Jesaja führt uns die geistliche Bedeutung des Weines vor Augen: er beschreibt ein Volk, das Gottes Gebote durch menschliche ersetzt hat, als betrunken, ohne Wein getrunken zu haben (Jesaja 29,9-13). Demnach macht das Annehmen veränderter biblischer Lehren geistlich betrunken. Man sieht einfache Dinge nicht mehr klar, man ist benommen und um das eigene Heil unbesorgt. Auch Paulus greift dieses Symbol auf. Er stellt das Weintrinken dem geistlichen Erfülltsein mit Heiligem Geist, Psalmen, Lobgesänge - kurz gesagt dem Wort Gottes - gegenüber (Epheser 5,18.19). Das unverfälschte Wort Gottes macht uns also wach, klar und geistlich nüchtern, die falschen Lehren aber sind mit der Wirkung des fermentierten Weines zu vergleichen. Der „Wein ihrer Hurerei“ stellt daher die falschen Lehren der Katholischen Kirche dar, die die ganze Welt geistlich betrunken werden lässt. 
„Rom enthielt dem Volk die Bibel vor und verlangte von jedermann, dass man seine Lehren an deren Statt annehme.“ Der große Konflikt 361. „Babylon hat giftige Lehren, den Wein des Irrtums, verbreitet. Der Wein dieser Irrlehren ist aus falschen Lehren gemischt worden, wie die von der natürlichen Unsterblichkeit der Seele, der ewigen Qual der Gottlosen, der Leugnung des Vorlebens Christi vor seiner Geburt in Bethlehem und schließlich der Befürwortung und Erhöhung des ersten Wochentages über den heiligen Ruhetag Gottes.“ Zeugnisse für Prediger 50.

Die Wüste

Und er brachte mich im Geist in die Wüste. ... (Off.17,3 ) Dass der Engel Johannes in die Wüste bringt, ist nicht weiter verwunderlich, denn die Wüste ist der Ort, an dem das Tier seine Verfolgung ausübt. Aus Off.12,13.14 erfahren wir: „...als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Und es wurden der Frau gegeben zwei Flügel des großen Adlers, dass sie in die Wüste flöge an ihren Ort, wo sie ernährt werden sollte eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit ...“ Weil das Ziel des Drachens aus Offenbarung 12, bzw. des Tieres aus Offenbarung 17, die Vernichtung der reinen Frau ist, folgt er ihr in die „Wüste“ nach. 
Der Begriff „Wüste“ muss symbolisch verstanden werden. Er steht in Offenbarung 12,14 im Zusammenhang mit der Zeitangabe – „eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit“ und wird deswegen mit der päpstlichen Oberherrschaft während der 1260 Jahre verbunden. Es gibt auch tatsächlich keinen besseren Platz, der die Umgebung des Tieres darstellen kann. Wo auch immer die römisch – katholische Kirche Fuß fasste, machte sie die Menschen „trunken“ und unfähig das Wort Gottes zu verstehen. Sie verursachte die geistliche Dürre, die für die Zeit der päpstlichen Vorherrschaft kennzeichnend war. Es heißt schon in den Sprüchen: „Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf die Weisung achtet!“ (Spr. 29,18)

Weitere Details

Die Hure, die auf dem Tier sitzt, haben wir als römisch–katholische Kirche identifiziert. Wir fassen weitere Details aus den Versen 1-6 folgendermaßen zusammen:

1. Sitzt an vielen Wassern (V. 1) – „Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.“ (Off.17,15) Dies stellt die Beziehung Roms zu den verschiedenen Völkern und seinen Einfluss in den verschiedenen Staaten dar.

2. Könige treiben mit ihr Hurerei (V. 2) –„Zuerst triebst du Hurerei mit den Ägyptern,...danach triebst du Hurerei mit den Assyrern,...da triebst du noch mehr Hurerei mit dem Krämerland Chaldäa. Du Ehebrecherin, die du dir Fremde anstelle deines Mannes nimmst!“ (Hes.16,26.28.29.32) 
„Babylon wird ebenfalls der Sünde der gesetzwidrigen Verbindung mit "den Königen auf Erden" angeklagt. Durch das Abweichen vom Herrn und die Verbindung mit den Heiden wurde die jüdische Gemeinde zu einer Hure; und Rom, das auf gleiche Weise verderbt ward, indem es die Unterstützung der weltlichen Mächte suchte, empfängt das gleiche Urteil.“ GK 357

3. Macht die Völker mit dem Wein ihrer Hurerei trunken (V. 2) – s.o.

4. Sitzt auf dem Tier (V. 3) – Dies stellt die feste Verbindung zwischen dem Staat (Tier) und der Kirche (Hure) dar. Dabei stellt das Tier Rom dar und die Hure die Kirche. „Das Papsttum war zum Zwingherrn der Welt geworden. Könige und Kaiser beugten sich vor den Erlassen des römischen Oberpriesters. Das Schicksal der Menschen, für Zeit und Ewigkeit, schien in seiner Gewalt zu sein. Jahrhunderte lang waren die Lehren Roms ausschließlich und unbedingt angenommen, seine Gebräuche ehrfurchtsvoll vollzogen, seine Feste allgemein beobachtet worden. Seine Geistlichkeit wurde geehrt und freigebig unterstützt.“ GK 57

5. Bekleidet und geschmückt mit Purpur und Scharlach, Gold, Edelsteinen und Perlen (V. 4) – „Purpur und Scharlach, Gold, Edelstein und Perlen schildern lebhaft die Pracht und das mehr als königliche Gepränge, welches der anmaßende römische Stuhl zur Schau trägt.“ GK 356

6. Hält einen goldenen Becher in der Hand, voll von Greuel und Unreinheit ihrer Hurerei (V. 4; vgl. Punkt 3) – „...Dieser betäubende Becher, den sie der Welt anbietet, stellt die falschen Lehren dar, welche sie als Folge ihrer ungesetzlichen Verbindung mit den Großen der Erde angenommen hat. Freundschaft mit der Welt verdirbt ihren Glauben und übt ihrerseits einen verderblichen Einfluss auf die Welt aus, indem sie Lehren verbreitet, welche den deutlichsten Aussagen der Heiligen Schrift zuwiderlaufen.“ GK 361.

7. Auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Das große Babylon, die Mutter der Hurerei ... (V. 5) – „Der Ausdruck Babylon ist von Babel abgeleitet und bedeutet Verwirrung. Er wird in der Heiligen Schrift angewandt, um die verschiedenen Formen falscher oder abgefallener Religion zu bezeichnen.“ GKo 355 „Sie (die Waldenser) erklärten die römische Kirche für das abtrünnige Babylon der Offenbarung und erhoben sich unter Gefahr ihres Lebens, um seinen Verführungen zu widerstehen.“ GKo 62

8. Sie war betrunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu (V. 6) – „Von keiner andern Macht konnte man so sehr mit Recht sagen, sie war "trunken von dem Blut der Heiligen", als von jener Kirche, welche die Nachfolger Christi auf so grausame Weise verfolgt hat... Die verstümmelten Leiber und das Blut der Millionen von Märtyrern schrieen zu Gott um Rache gegen jene abtrünnige Macht.“ GKo 356-357

9. Sitzt auf den sieben Bergen (V. 9) – „Endlich erblickte er (Luther) aus der Ferne die Stadt der sieben Hügel. In tiefer Rührung warf er sich auf die Erde nieder, indem er ausrief: "Sei mir gegrüßt, du heiliges Rom!" Er betrat die Stadt...Überall boten sich ihm Anblicke, die ihn mit Erstaunen und Schrecken erfüllten. Er sah, dass unter allen Klassen der Geistlichkeit Gottlosigkeit herrschte. Von den Lippen der Prälaten musste er unanständige Scherze hören, und ihr sehr gemeines Wesen, selbst während der Messe, erfüllte ihn mit Entsetzen. Als er sich unter die Mönche und Bürger mischte, fand er Verschwendung und Ausschweifung. Wohin er sich auch wandte, traf er anstatt der Heiligkeit Entheiligung. "Niemand glaubt, was zu Rom für Büberei und greuliche Sünde und Schande gehen, ... er sehe, höre und erfahre es denn. Daher sagt man: 'Ist irgendeine Hölle, so muss Rom drauf gebaut sein; denn da gehen alle Sünden im Schwang.'" GKo 117

Wir sehen, dass alle Merkmale auf die römisch­-katholische Kirche hinweisen. Für Johannes, dem diese Dinge vorgeführt wurden als die Gemeinde noch rein war, muss diese Darstellung der Kirche regelrechtes Entsetzen hervorgerufen haben. Deswegen sagt er: „Und ich wunderte mich sehr, als ich sie sah.“ (Offenbarung 17,6) Der Grund, warum Johannes sich wunderte, liegt nicht in der Tatsache, dass er hier eine Macht mit verfolgendem Charakter vorgeführt bekommt. Verfolgt zu sein, war schließlich auf der Verbannungsinsel Patmos seine gegenwärtige Erfahrung. Er selbst war Augenzeuge der Verfolgung durch den heidnischen römischen Staat. Aber als er im Geiste sah, dass eine erklärte christliche Kirche die Anhänger des Lammes verfolgte und trunken war von ihrem Blute, so musste ihn dies natürlich in gewaltiges Staunen versetzen.

Das Geheimnis wird erklärt

Off.17,7: Und der Engel sprach zu mir: Warum wunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis der Frau und des Tieres, das sie trägt und sieben Häupter und zehn Hörner hat. Off.17,8 Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist jetzt nicht und wird wieder aufsteigen aus dem Abgrund und wird in die Verdammnis fahren. Und es werden sich wundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens vom Anfang der Welt an, wenn sie das Tier sehen, dass es gewesen ist und jetzt nicht ist und wieder sein wird.

Das Tier...
Der Engel beginnt mit seiner Erklärung bei dem Tier, da er hierbei auf schon bekannte Dinge aufbauen kann. Das Tier mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern begegnete uns im zwölften Kapitel einerseits als das heidnische, dann aber als das päpstliche Rom. Einerseits wurde es als die Macht, die das Jesus-Kind umbringen wollte, vorgestellt (das heidnische Rom), anschließend aber als die Macht, die 1260 Jahre ihre Tyrannei toben ließ (das päpstliche Rom). Das dreizehnte Kapitel hingegen führt kein grundsätzlich anderes Tier vor. Dazu sind zu viele Merkmale miteinander identisch. An dieser Stelle der Offenbarung wird das Tier aus dem Meer jedoch ausschließlich als das päpstliche Rom vorgeführt, da das heidnische Rom im Kontext von Offenbarung 13 offensichtlich nur von geringem Interesse ist. 
Wer sich nun fragt, warum der Drache aus Kapitel 12 und das Tier aus dem Meer in Kapitel 13 einmal das heidnische und einmal das päpstliche Rom darstellen soll, versteht diesen Gegenstand, wenn er bedenkt, dass dieses Tier mehrere Köpfe besitzt. In Offenbarung 13 ist lediglich eines der Häupter beschrieben. „Und ich sah eines seiner Häupter, ...“ (Offb 13,3) Eines der Köpfe des Tieres in Offenbarung 13 ist daher bewiesenermaßen das päpstliche Rom. Es gibt aber noch sechs andere. Ein weiterer Kopf ist das heidnische Rom, nämlich der zeitlich vorangehende Kopf. Beide gehören zu dem selben Leib, regieren den Körper aber nur eine bestimmte Zeitlang. Daher ist die einzig korrekte Aussage, mit der man das Tier allgemeingültig identifizieren kann: das Tier ist Rom.

...ist gewesen und ist nicht und wird wieder sein
Die Aussage „Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist <jetzt> nicht und wird wieder aufsteigen ...“ bestätigt, dass diese Macht verschiedene Phasen durchmachen wird bzw. durchgemacht hat. Bei diesen Phasen geht es offensichtlich um das, was das Tier zum Tier macht: nämlich um seinen verfolgenden Charakter. Da aber Rom durch Phasen ging in denen es das Volk Gottes verfolgte und in denen es es nicht verfolgte, kann der Prophet mit Recht sagen, das Tier „ist gewesen und ist <jetzt> nicht und wird wieder sein.“ Das heidnische Rom war schon zu Jesu Zeiten dem Volk Gottes gegenüber eine verfolgende Macht. Das Gleiche gilt für die Zeit der Apostel. Während dieser Zeit war Rom eine verfolgende Macht. Es „ist gewesen.“ Als das kaiserliche Rom zumindest dem Namen nach christianisiert wurde, erfuhr es eine Wendung. Dabei wurde dem Heidentum ein christliches Deckmäntelchen umgelegt, was dazu führte, dass es zur Zeit dieses Übergangs seinen verfolgenden Charakter verlor. Da dieser Übergang in die Regierungsform des kaiserlichen Roms fiel - die Regierungsform, die zur Zeit des Johannes gegenwärtig war - heißt es nun, dass es „nicht ist.“ Doch im Laufe der Zeit mündete dieses „christliche Rom“ in das Papsttum und nahm seinen blutdürstigen und unterdrückenden Charakter wieder an. Aus diesem Grund sagt der Prophet: „...und wird wieder sein.“
An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass der Ausspruch „...ist gewesen und ist <jetzt> nicht und wird wieder sein“ in diesem Vers zweimal vorkommt. Weder sehen wir darin ein Versehen noch wollen wir diese Tatsache als bedeutungslos ignorieren. Eine historische Wiederholung der Konstellation „...ist gewesen und ist <jetzt> nicht und wird wieder sein“ wird auf diese Weise nahegelegt. Denn auch aus unserer heutigen zeitlichen Betrachtungsweise lässt sich sagen, dass Rom war (während der 1260 Jahrtage) nicht ist (seit 1798) und wieder sein wird. Letzteres drückt die Bibel in Offenbarung 13 aus, wenn sie vom Heilwerden der tödlichen Wunde spricht (Offb 13,3). Dabei springt ins Auge, dass der Ausspruch „Es werden sich wundern, die auf Erden wohnen...“ in Offenbarung 17,8 und der Ausspruch „Die ganze Erde wunderte sich über das Tier...“ aus Offenbarung 13,3 Parallelformulierungen offensichtlich des selben Ereignisses sind. Das Gleiche gilt für Offenbarung 17,8 („deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens vom Anfang der Welt an...“) verglichen mit Offenbarung 13,8 („deren Namen nicht vom Anfang der Welt an geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes...“). In beiden Fällen geht es um den erneut gewonnenen weltweiten Einfluss des Tieres.

Die sieben Köpfe

Offenbarung 17,9 „Hier ist Sinn, zu dem Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt, und es sind sieben Könige. 10 Fünf sind gefallen, einer ist da, der andre ist noch nicht gekommen; ...“

Dass mit den sieben Bergen die Sieben-Hügel-Stadt Rom gemeint ist, haben wir bereits erwähnt (s.o.). Damit ist durch die sieben Berge eine geografische Definition dieser verfolgenden Macht gegeben. Der Sitz der Hure Babylon ist die Sieben-Hügel-Stadt Rom. Da gesagt wird, dass die Frau auf den sieben Bergen sitzt und ebenso beschrieben wird, sie sitze auf dem Tier, ist es einleuchtend, das Tier mit Rom gleichzusetzen. Es ist selbstverständlich, dass damit nicht nur die Stadt gemeint ist, sondern das ganze nach der Stadt benannte Römische Reich.
Zu der geografischen Definition kommt nun aber noch eine Doppelbedeutung, nämlich eine historische Definition. Der Engel erklärt dem Propheten, dass sich Rom aus sieben Königen oder Herrschern zusammensetzt. Er sagt in der Erklärung der sieben Häupter: „und es sind sieben Könige.“ Sollten diese Könige nun nebeneinander, also gleichzeitig, regieren? Vers zehn gibt die klare Antwort: Nein. „Fünf sind gefallen...“ - das will sagen, fünf sind schon vergangen. „Einer ist da...“ - das heißt, der sechste regiert aus der zeitlichen Perspektive des Johannes gegenwärtig. „Der andre ist noch nicht gekommen“, das bedeutet, der siebente „Kopf“ Roms war in Johannes Zeiten noch zukünftig. Damit wird deutlich, dass es sich bei den sieben Königen Roms um zeitlich aufeinanderfolgende Regierungen handelt. 
Der „Einer-ist-da“, also der sechste Kopf, ist das kaiserliche Rom, denn Johannes lebte zur Zeit des kaiserlichen Roms. Dieser Kopf ist mit dem „Drachen, der vor die Frau trat, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße,“ (Offenb 12,4) identisch. 
Der siebente Kopf kann keine andere Macht als das päpstliche Rom sein, da das Papsttum direkt dem kaiserlichen Rom folgte. „Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.“ (Offenb 13,2) Die Bibel beschreibt hier demnach die Machtübergabe vom römischen Kaiser direkt auf den Papst. Eine scheinbare Lücke zwischen dem Absetzen des letzten weströmischen Kaisers Romulus durch Odoaker 476 n.Chr. bis zum Beginn der 1260jährigen Vorherrschaft des Papsttums im Jahr 538 n.Chr. kann diesen Übergang nicht in Frage stellen. Es war nämlich der oströmische Kaiser Justinian, der den Erlass herausgab, der den Papst zum uneingeschränkten Herrscher Europas machte. Dieser „Codex Justinians“ wurde im Jahr 533 n.Chr. erteilt und konnte seine Wirksamkeit nach dem Ausreißen des dritten Horns (s. Daniel 7,8) - das ist die Niederlage der dem Papsttum im Wege stehenden Ostgoten - im Jahr 538 n.Chr. entfalten. 
Die ersten fünf Regierungsformen Roms werden in der Geschichte der Reihe nach wie folgt beschrieben: 1. die königliche, 2. die konsularische, 3. die dezemviralische, 4. die diktatorische und 5. die triumviralische Regierungsform. Diese lassen sich in den Geschichtsbüchern genauso wiederfinden. Selbst die kurze Phase der dezemviralischen Regierung (Zehnerausschuß), die eingesetzt wurden, um das römische Landrecht aufzuzeichnen (sog. Zwölftafelgesetz um 450 v.Chr.), war eine regelrechte Regierung. Im dritten Buch des Geschichtswerkes XY steht: „Die konsularische Gewalt wurde suspendiert und den Zehnmännern (Dezemvirn) die unumschränkte Regierung anvertraut.“ (S.359) Dabei befinden wir uns in einer Kette etablierter und bewährter Auslegungen, die bei den römischen Geschichtsschreibern Livy und Tacitus und auch bei einem der frühesten protestantischen Kommentatoren, Osiander, im Jahr 1511 auftaucht. William Miller, Joseph Bates und die Adventisten seit der ersten Engelsbotschaft nahmen diese Sichtweise an. Sie taucht auch in Uriah Smiths Klassiker „Daniel und Offenbarung“ auf, einem Buch, dessen weite Verbreitung in vielen Zeugnissen von Ellen White ausdrücklich befürwortet wurde.

Eine kleine Zeit

Offenbarung 17,10 „...und wenn er kommt, muss er eine kleine Zeit bleiben.“

Dieser Zusatz zum siebenten Kopf scheint auf den ersten Blick Kopfzerbrechen zu bereiten. Wenn der siebente Kopf das Papsttum während seiner 1260-jährigen Herrschaft darstellen soll, wie kann man dann bei 1260 Jahren von einer „kleinen Zeit“ sprechen? Was aber auf den ersten Anschein als widersprüchlich erscheint, entpuppt sich beim zweiten Hinschauen geradezu als eine Beschreibung dessen, was es darzustellen versprach.
Sucht man den Begriff „kleine Zeit“ im Grundtext auf und fragt, wo die Bibel diesen Begriff noch verwendet, führt diese Suche zurück zu Offenbarung 12. Offenbarung 12 stellt eine Chronologie der alt- und neutestamentlichen Gemeinde dar. Dabei wird Jesu Sieg am Kreuz als Satans Niederlage dargestellt (V.10), was ihm von nun an jegliche Zugangsberechtigung zu den himmlischen Engeln verwehrte, um als Verkläger der Brüder aufzutreten (vgl. „Das Leben Jesu“ S. 762). Sein Wirken war hinfort auf die Erde beschränkt. In Vers zwölf heißt es nun: „Denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, dass er wenig Zeit hat.“ (Offb 12,12) Hinter diesem „wenig Zeit“ und der „kleinen Zeit“ aus Offenbarung 17,10 verbirgt sich in beiden Fällen das griechische Wort „oligon“. In der Elberfelder-Übersetzung wird es mit „kurz“ übersetzt. Offenbarung 12 verrät uns in den nun folgenden Versen, was Satan machte, nachdem er sich darüber klar wurde, dass er nur noch eine „kleine Zeit“ hatte. Vor allem wird uns offenbart, wie lange er diese „kleine Zeit“ nutzen konnte. Vers 13 und 14: „Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Und es wurden der Frau gegeben die zwei Flügel des großen Adlers, dass sie in die Wüste flöge an ihren Ort, wo sie ernährt werden sollte eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit ...“ Satan weiß, dass er nur noch „eine kleine Zeit“ zur Verfügung hat und verfolgt die Frau (d.i. die Gemeinde) dreieinhalb prophetische Jahre oder 42 prophetische Monate oder 1260 buchstäbliche Jahre lang! Wir haben somit bewiesen, dass der Begriff „kleine Zeit“ direkt auf die 1260-jährige Herrschaft des Papsttums anwendbar ist.
Auch in Offenbarung 6,11 geht es um eine „kleine Zeit“ (gr. mikron). Hierbei geht es um die Märthyrer des fünften Siegels, deren Blut nach Rache schreit. Diese Zeitperiode, ebenso wie das 4.Siegel, wurde von Adventisten immer der päpstlichen Vorherrschaft während der 1260 Jahre zugeordnet. Da mit den Worten „dass sie ruhen müssten noch eine kleine Zeit, bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder“ offensichtlich auf den Tag ihrer Auferstehung abgezielt wird, wird hier eine Zeitperiode von mindestens zweihundert Jahren (1798 bis zur Wiederkunft Christi) als „kleine Zeit“ bezeichnet. Mit Sicherheit ist diese Zeitphase jedoch länger, da Christus in Matthäus 24,22 von der Verkürzung dieser Zeit spricht und damit eine Begrenzung der Verfolgung durch den Einfluss der Reformation meint. Ellen White kommentiert im Großen Konflikt: „Die Verfolgung der Gemeinde Christi erstreckte sich nicht bis an das Ende der 1260 Jahre. Aus Erbarmen gegen sein Volk kürzte Gott die Zeit der Feuerprobe ab. In seiner Weissagung von der "großen Trübsal", welche die Gemeinde heimsuchen sollte, sagte der Heiland: "Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt." (Matth. 24, 22.) Durch den Einfluss der Reformation wurde die Verfolgung schon vor dem Jahre 1798 eingestellt.“ (vgl. GKo 246/7; GK 268,269)
Auf diese Weise wird der Gedanke nahegelegt, dass es sich bei der „kleinen“ oder „kurzen Zeit“ um eine von Gott begrenzte, ja sogar um eine abgekürzte Zeit handelt. Mindestens aufgrund der Ankündigung Jesu in Matthäus 24,22 wusste Satan, dass seine Zeit des Wirkens begrenzt und verkürzt werden sollte.
Auch in 1. Petrus 1,6 wird die Verheißung gegeben, dass der Seligkeit, die in der letzten Zeit offenbar werden soll, eine „kleine Zeit“ (gr. oligon) der Verfolgung und Anfechtung vorausgehen soll.
Durch diese Beispiele konnte deutlich gezeigt werden, daß der Begriff „kleine Zeit“ zum einen durchaus mehrere hundert Jahre umfassen kann und zum anderen direkt mit der päpstlichen Vorherrschaft in Verbindung zu bringen ist.

Der achte Kopf

Offenbarung 17,11 „Und das Tier, das gewesen ist und jetzt nicht ist, das ist der achte und ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis.“

Obwohl wir schon alle sieben Köpfe identifiziert haben, bergen die Köpfe des Tieres immer noch ein Geheimnis. In Offenbarung 17,11 taucht plötzlich noch ein weiterer Kopf auf. Dieser Kopf wird als „der achte“ bezeichnet. Das ist merkwürdig, da doch in keiner der vorangegangenen Beschreibung ein achter Kopf des Tieres beschrieben wurde. In allen Fällen war immer nur von sieben Köpfen die Rede. Aber auch jetzt wird nicht gesagt, dass noch ein achter Kopf zusätzlich zu sehen war. Vielmehr wird der achte als „einer von den sieben“ beschrieben. Grundsätzlich lässt sich jedoch aus Vers 11 und den folgenden Versen festhalten, dass das hier beschriebene Tier auch nach der Periode des siebenten Kopfes - also nach 1798 - nocheinmal zu „Kraft und Macht“ (V. 13) gelangen würde. Ansonsten wäre das Erwähnen einer achten Periode belanglos. 
Es ist zu beachten, dass noch in Vers 11 das Tier in die endgültige Verdammnis fährt. Im Anschluss an diese achte Periode empfängt das Tier also sein Urteil. Dies zeigt an, dass es sich hier um das letzte Auftreten des Tieres vor der Wiederkunft Christi handelt. Das Konkordante Neue Testament übersetzt an dieser Stelle: „...und es geht seinem Untergang entgegen.“ Wir schlussfolgern daher, dass es sich bei der Beschreibung des achten Kopfes um eine Darstellung der letzten Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse handelt und damit eine weitere Präzisierung des Malzeichen-Siegel-Konfliktes darstellt.
Vor diesem Hintergrund und dem Vorwissen aus anderen Kapiteln der Offenbarung, die den letzten Konflikt beschreiben, taucht der Gedanke auf, den achten Kopf als den Kopf der Hure, die das Tier reitet, zu identifizieren. Dieser Gedanke würde den ausgereiften Einfluss der „Mutter der Hurerei“ und ihrer babylonischen Familie in dem letzten Kampf beschreiben, allerdings birgt er auch Probleme. Es wird nämlich ausdrücklich gesagt, dass das Tier der achte ist, und nicht die Hure. „Und das Tier...das ist der achte“ (Vers 11) Diese beiden Elemente, Tier und Hure, sind nicht miteinander identisch. Eine Vermischung von Hure und Tier würde Verwirrung herbeiführen und nicht dem gegebenen Bild entsprechen. Außerdem kommen wir später an einen Punkt, an dem das Tier die Hure hassen wird (Vers 16). Wenn das eine das andere hasst, kann es nicht dasselbe sein. Auch hieran sehen wir, dass wir das Tier und die Hure auseinanderhalten müssen.
Was hat es nun mit dem achten Kopf auf sich? Wir wissen zwei Dinge über diesen „Achten“: 1. „das Tier... ist der achte“ und 2. Es ist „einer von den sieben.“ Die Tatsache, dass es einer von den sieben ist, zeigt, dass es sich offensichtlich um ein erneutes Emporkommen einer der bereits beschriebenen Regierungsformen handelt. Es muss sich zwangsläufig entweder um die königliche, die konsularische, die dezemviralische, die diktatorische, die triumviralische, die kaiserliche oder um die päpstliche Periode handeln. Ansonsten könnte nicht gesagt werden, der achte sei „einer von den sieben.“ Ein Emporkommen der ersten sechs Regierungsformen zu erwarten, macht für den aufmerksamen Studenten der biblischen Prophetie wenig Sinn, denn dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Wenden wir uns daher gleich dem dringensten Verdacht zu und stellen die Frage: Könnte es sich bei der Beschreibung des achten Kopfes um eine erneute Phase machtvollen Einflusses seitens des päpstlichen Roms handeln? In diesem Fall müsste es sich um ein erneutes Emporkommen des siebenten Kopfes, also des päpstlichen, handeln. 
Was passierte eigentlich mit dem siebenten Kopf? Das dreizehnte Kapitel der Offenbarung stellt die genaueste Beschreibung dieses Kopfes dar und verrät uns auch die Antwort. „Und ich sah eines seiner Häupter, als wäre es tödlich verwundet...“ (Offenbarung 13,3) Das Papsttum erlitt 1798 eine tödliche Wunde, die bis zum heutigen Tag noch nicht so weit geheilt ist, wie es sich das Papsttum wünscht. Es verlor seinen beherrschenden Einfluss über die Länder Europas als General Berthier in Italien die Republik ausrief und damit die Gültigkeit des Codex Justinians außer Kraft setzte. Der Papst wurde gefangen genommen und es erfüllte sich das Bibelwort: „Wenn jemand andere in Gefangenschaft führt, geht auch er in Gefangenschaft. Wenn jemand mit dem Schwert töten wird, muss auch er mit dem Schwert getötet werden.“ Offenbarung 13,10 (Konkordante NT) Das Papsttum erlitt eine tödliche Wunde.
Aber was sollte mit dieser tödlichen Wunde geschehen? „..., und seine tödliche Wunde wurde heil.“ (Offenbarung 13,3) Durch das Heilwerden der tödlichen Wunde wird vorhergesagt, dass das aus dem Mittelalter bekannte Wesen des Papsttums erneut zur Entfaltung kommen wird. Die Glaubensfreiheit derer sich die Protestanten in den letzten 200 Jahren erfreuten, wird ihr Ende finden, wenn das Tier wieder lebendig wird. Auf diese Weise schildert die Bibel den letzten Streit und warnt vor „dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war.“ (Offenbarung 13,14)
Wir schlussfolgern daher, dass es sich bei dem achtem Kopf um nichts anderes handeln kann als das wieder lebendig gewordene päpstliche Tier, nachdem seine Todeswunde heilte.
Kommen wir nocheinmal zurück auf die Aussage „das Tier... ist der achte.“ Wir haben festgehalten, dass der Begriff „Tier“ sich insgesamt auf Rom bezieht. Aber spätestens ab Kapitel 13 konzentriert sich in der Offenbarung der Begriff „Tier“ auf das Rom, das für Gottes Volk eine Gefahr darstellt: nämlich auf das päpstliche. Obwohl in Offenbarung 13 nur vom siebenten Kopf die Rede ist, wird doch das ganze Tier als Papsttum identifiziert. Zu diesem Zeitpunkt ist keine der ersten sechs Regierungsformen „das Tier“. Zu diesem Zeitpunkt ist „das Tier“ ausschließlich das päpstliche Rom. Das Tier ist also durch den Kopf, der es gerade regiert, definiert . 
Genauso verhält es sich mit dem Begriff „Malzeichen des Tieres“. Das Malzeichen des Tieres ist das Autoritätsmerkmal des Papsttums bzw. der römisch-katholischen Kirche. Auch hier wird also der Begriff „Tier“ und „Papsttum“ gleichgesetzt. (vgl. der große Konflikt 421)
Nachdem die Offenbarung den Begriff „Tier“ so unmittelbar auf das Papsttum bezogen hat, ist die Aussage „das Tier... ist der achte“ fast schon keine Verschlüsselung mehr.

Europa und das Papsttum

Offenbarung 17,12 „Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige, die ihr Reich noch nicht empfangen haben; aber wie Könige werden sie für eine Stunde Macht empfangen zusammen mit dem Tier. 17,13 Diese sind eines Sinnes und geben ihre Kraft und Macht dem Tier. 17,14 Die werden gegen das Lamm kämpfen, und das Lamm wird sie überwinden, denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige, und die mit ihm sind, sind die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen.“

Die Bedeutung der zehn Hörner wird bereits im Propheten Daniel im siebenten Kapitel geklärt. Auch im Buch Daniel wachsen die zehn Hörner auf dem Haupt der als Tier dargestellten römischen Macht. Der Engel erklärt Daniel : „Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden.“ (Daniel 7,24) Die zehn Reiche, die aus dem römischen Reich hervorkamen, waren folgende: die Angel-Sachsen (England), die Franken (Frankreich), die Westgoten (Spanien), die Sueven (Portugal), die Lombarden (Italien), die Burgunder (Schweiz), die Alemannen (Deutschland), die Heruler, die Vandalen und die Ostgoten. Bei den letzten drei handelt es sich um die „Hörner“, die zugunsten des „kleinen Horns“ (d.i. das Papsttum) ausgerissen wurden (Daniel 7,8). Diese Stämme wurden im fünften bzw. im sechsten Jahrhundert besiegt. Daher kann ihnen kein heute bestehender Staat zugeordnet werden. Die zehn Hörner stellen also die germanischen Stämme, in die das römische Reich zerfiel, und damit das Territorium des heutigen Europas dar. 
Auch in Daniel Kapitel 2 wird dieses Europa treffend charakterisiert, indem der ständige Versuch beschrieben wird, das in seine Einzelteile zerfallene Europa wieder zu einen. Ein politischer Traum, dessen Beschreibung - das gilt besonders für unsere gegenwärtige europäische Situation - den Nagel auf den Kopf trifft. 
Die Aussage über die germanischen Stämme, „die ihr Reich noch nicht empfangen haben“, trifft voll zu, wenn man die zeitliche Perspektive des Johannes ansetzt. Zu seiner Zeit gab es diese Stämme tatsächlich noch nicht. Daher kann der Engel sagen, sie haben ihr Reich noch nicht empfangen. Interessant ist zu betrachten, dass die zehn Hörner in Offenbarung 12,3 noch ungekrönt sind, jedoch in Kapitel 13,1 „auf seinen (d.h. des Tieres) Hörnern zehn Kronen“ beschrieben werden. Das will sagen, dass die germanischen Stämme zur Zeit des heidnischen Roms „ihr Reich noch nicht empfangen haben“, aber schon bei der Beschreibung des Papsttums in Offenbarung 13 „Macht empfangen zusammen mit dem Tier“( Offenbarung 17,12). Die germanischen Stämme befanden sich stets unter der Knute des Papsttums und ihre Regierung und Existenz war von der Übereinstimmung mit Rom abhängig. Deswegen wird von ihnen gesagt, dass sie ihre „Macht empfangen“ haben „zusammen mit dem Tier“( Offenbarung 17,12). 
Der Ausdruck, sie werden „für eine Stunde Macht empfangen...“, muss in diesem Fall mit „eine Zeitlang“ gleichgesetzt werden. Eine prophetische Stunde würde nach dem Jahr-Tag-Prinzip den vierundzwanzigsten Teil eines Jahres, also von 360 Tagen, bedeuten. Das wären genau fünfzehn Tage. Für diese Zeitdauer ist uns kein historisches Korrelat bekannt. Die Herrschaftsdauer der germanischen Stämme auf eine prophetische Stunde zu definieren, macht bei der Anwendung auf die Vergangenheit offensichtlich keinen Sinn.

Eine zweifache Anwendung

So wie es Argumente für einen Bezug auf die Vergangenheit gibt, gibt es auch Argumente für eine Bezugnahme auf die Zukunft. Wir unterstützen daher eine zweifache Anwendung a) auf vergangene Ereignisse und b) auf zukünftige. Dies ist um so einleuchtender, wenn man bedenkt, dass die Darstellung des achten Kopfes bzw. das Heilwerden der tödlichen Wunde im gewissen Sinne eine Wiederholung der Geschichte bedeutet. Die Warnung vor dem Papsttum der 1260 Jahre ist uns zur Warnung geschrieben, die wir am Ende der Zeit leben. Ellen White schreibt :“Was gewesen ist, wird wieder sein...“ (GKo 14) Auch Jesus bezieht Seine Prophezeiungen auf mehrere Zeitphasen. Wenn Er zum Verlassen der Städte auffordert (Matt 24, 15-18), galt das nicht nur aufgrund der Bedrohung durch die Heere des heidnischen Roms, es erfüllte sich auch bspw. für die Waldenser, die durch das päpstliche Rom verfolgt wurden und in die Berge der Alpen geflohen sind. Eine besondere Anwendung gilt für die letzte Generation von Christen, wenn in den USA die Sonntagsgesetze das Ende der Gewissensfreiheit besiegeln und die Sabbathalter aufgefordert sind, spätestens jetzt die Städte zu verlassen (Schatzkammer II 147). Wenn Jesus ferner von der großen Bedrängnis redet, „wie sie nie gewesen ist“ (Matthäus 24,21), bezieht Er das zum einen auf die Dauer der Verfolgung während der 1260 Jahre (vgl. Das Leben Jesu 627/628, GKo 246/7), und zum anderen auf die Intensität der Verfolgung unmittelbar vor der Auferstehung der Toten bei der Wiederkunft Jesu (vgl. Daniel 12,1.2). So sagt auch Prediger 1,9: „Das, was war, ist das, was wieder sein wird.“

Geeintes Europa

Wie wenden wir nun Offenbarung siebzehn Vers zwölf und dreizehn auf kommende Ereignisse an? Und welche Begründung haben wir dafür?
Die zehn Könige versinnbilden, vereinfacht gesagt, die Reiche des europäischen Territoriums. Sie sind als die Stämme erklärt worden, in die das römische Reich zerfiel. Dabei muss die Beschreibung von der Zahl zehn ausgehen, obwohl es durch die Geschichte nicht immer zehn waren. Würde der Engel in seiner Erklärung der Hörner eine andere Zahl als zehn wählen, so wäre die Identifizierung der ursprünglich zehn germanischen Stämme nicht mehr gewährleistet. In Daniel Kapitel 2 wird geweissagt, dass wiederholt versucht werden würde, dieses zerfallene Europa zu einen. „Aß du aber die Füße und Zehen teils von Ton und teils von Eisen gesehen hast, bedeutet: das wird ein zerteiltes Königreich sein... Und dass du gesehen hast Eisen mit Ton vermengt, bedeutet: sie werden sich zwar durch Heiraten miteinander vermischen, aber sie werden doch nicht aneinander festhalten, so wie sich Eisen mit Ton nicht mengen lässt.“ (Daniel 2,41. 43) Karl der Große, Karl V, Ludwig der XIV, Napoleon Iund Hitler sind Beispiele, dass ein einziger Vers der Prophetie stärker ist als ihre Heere. Ob durch Ehen zwischen Königshöfen, Länderehen, andere Bündnisse oder Gewalt: als die Vereinigung Europas erreicht zu sein schien, da brach es auch schon wieder auseinander, „so wie sich Eisen mit Ton nicht mengen lässt.“ 
Wie wir alle wissen, ist die Bestrebung, Europa zu einigen, ein wesentliches Merkmal unserer aktuellen europäischen Situation. Es gibt im Moment wahrscheinlich kein zweites Vorhaben an dem die europäischen Staatsmänner so eifrig und zielstrebig arbeiten, wie an der Einigung Europas. Es darf dabei nicht übersehen werden, dass auch die Kirchen mit einer ins Auge springenden Zielstrebigkeit an diesem modernen Turmbau zu Babel mitbauen und sich auffälligerweise dabei ebenso wie die Politiker unter einen nicht nachvollziehbaren Zeitdruck setzen. Der Papst fordert nicht nur ein vereintes Europa, er hat sich auch zum Ziel gesetzt, Christus zum 2000sten Geburtstag eine vereinte Kirche darzubringen. Alles strebt nach einem termingerechten 1000jährigen Friedensreich (GKo 551), nach einer Einheit, die nicht nach Gottes Willen und Seinen Geboten fragt, nach einer Allianz, vor der Adventisten seit 150 Jahren warnen. Hinter dieser Neuen Weltordnung mit ihren vereinten Völkern und ihren vereinten Kirchen steht Satans Plan, eine Gesellschaft zu bauen, in der kein Platz ist für solche, die Gottes Gebote halten. Wer Gott treu bleiben will, wird sich weigern müssen, sich der Einheitskirche und deren staatlich verordneten Gesetzen zu fügen. Die unausbleibliche Folge dessen wird Verfolgung sein. So rüsten sich die Völker für den letzten großen Kampf. Die „Geister von Teufeln ... gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln am großen Tag Gottes, des Allmächtigen.“ (Offenbarung 16,14)

Der letzte Kampf

Aber in diesem Kampf wird die Gottlosigkeit nicht siegen. Offenbarung 17,14 sagt: „Die werden gegen das Lamm kämpfen, und das Lamm wird sie überwinden,...“ In diesem Kampf ist das Lamm Jesus Christus (Joh. 1,36) Sieger. In den Prophezeiungen, die sich auf das 1260-Jahre-Papsttum des Mittelalters beziehen, wird ebenso der Kampf gegen das Lamm Jesus Christus bzw. gegen Seine Heiligen vorhergesagt. Im Gegensatz zu Offenbarung 17,14 heißt es aber an diesen Stellen, dass das Tier die Heiligen überwindet. „Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen, und es behielt den Sieg über sie, bis der kam, der uralt war, und Recht schaffte den Heiligen des Höchsten und bis die Zeit kam, dass die Heiligen das Reich empfingen.“ (Daniel 7,21.22; vgl. Offenbarung 13,7) Während das Papsttum während seiner 1260-jährigen Vorherrschaft Sieger über die Heiligen des Lammes war, so wird das Lamm und Seine Heiligen im letzten Kampf Sieger über das Papsttum und alles, was sich ihm anschloss, sein. D.h., dass in Offenbarung 17,14 offensichtlich ein anderer Kampf beschrieben wird, als der während der 1260 Jahre. Auch die Formulierung „denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige“ (Offenbarung 17,14) deutet auf den wiederkommenden Jesus, der als „Herr aller Herren und der König aller Könige“ (1.Timotheus 6,14.15) in den Wolken des Himmels erscheinen wird, um Sein bedrängtes Volk zu befreien. 
Wir werten diese Beschreibung in diesem Zusammenhang als einen Beweis dafür, dass sich das Empfangen der Macht der zehn Hörner „zusammen mit dem Tier“ auf eine Machtkonstellation bezieht, die im letzten Streit, dem Malzeichen-Siegel-Konflikt, vorhanden sein wird.
Auch Ellen White bezieht diese Beschreibung auf den uns bevorstehenden Kampf. Dabei wendet sie Offenbarung 17,13 direkt auf die Zeit des Sonntagsgesetzes an: „Die sogenannte christliche Welt wird der Schauplatz entscheidender Handlungen sein. Nach dem Beispiel des Papsttums werden Menschen, ausgestattet mit Regierungsgewalt, Gesetze erlassen, die das Gewissen beherrschen. Das in der Bibel erwähnte Babylon wird alle Völker veranlassen, vom Zorneswein ihrer Hurerei zu trinken. Jedes Land wird sich daran beteiligen. Johannes sagt über diese Zeit: „Diese sind eines Sinnes“ [Siehe Offenbarung 18,3-7; 17,13] Es wird ein weltweites Bündnis sein, große Einmütigkeit wird unter jenen herrschen, die Satan angehören. „Und sie geben ihre Kraft und Macht dem Tier.“ (Offenbarung 17,13) Hier zeigt sich die gleiche unterdrückende Macht gegen religiöse Freiheit – die Freiheit nämlich, dass jeder Gott nach seinem Gewissen verehren darf –, wie sie sich beim Papsttum offenbarte, als es damals jene verfolgte, die es wagten, sich den religiösen Bräuchen und Zeremonien der römisch-katholischen Kirche zu widersetzen. “ (Christus kommt bald 98; vgl. Bibelkommentar 545; 3SM 423)
Wir erhalten in den besprochenen Versen eine Beschreibung der Rolle der europäischen Staaten im Endkonflikt. Während Offenbarung 13 genau die Rolle der USA und der gefallenen protestantischen, ökumenischen Kirchen an der letzten großen Christenverfolgung beschreibt, finden wir in Offenbarung 17 eine Darstellung dieser Verfolgung aus europäischer Blickrichtung - also die Beteiligung der Länder Europas und dem Einfluss der katholischen Kirche.

Das Reich der zehn Könige

Wir erklären die Aussage „das sind zehn Könige, die ihr Reich noch nicht empfangen haben“ mit den Staaten Europas, die ihr gemeinsames Reich noch nicht empfangen haben. Dabei stellt das gemeinsame Reich offenbar das vereinte Europa dar, nach dem heute schon ihre Länder so fieberhaft streben. Wie dieses „gemeinsame Reich“ genau aussehen wird, bleibt offen, jedoch wissen wir, dass die europäischen Staaten schließlich „eines Sinnes“ werden. Dies widerspricht auch nicht der Darstellung in Daniel 2, nach der Eisen und Ton nicht aneinander halten werden. Denn auch Offenbarung 17 sagt ihre Macht nur für eine Stunde voraus. Wir halten es daher für möglich, dass diese Einigung der zehn Könige für eine prophetische Stunde, nach dem Jahr-Tag-Prinzip sind das 15 buchstäbliche Tage, anhalten könnte. Wie dem auch sei, die Tage dieses Systems sind auf jeden Fall begrenzt, wie die Aussage „das Lamm wird sie überwinden“ in Vers 14 verrät.
Sie „geben ihre Kraft und Macht dem Tier“. Dieser Vers verrät, dass von der Einigung Europas das römische Papsttum direkt profitieren wird. Wir haben jedoch keinen Anhaltspunkt dafür, dass das Territorium des Vatikans sich über ganz Europa bzw. die ganze Welt ausdehnen wird. Das Papsttum wird seine Macht lediglich dadurch wiedererhalten, dass die verschiedenen Nationen im Sinne des Papsttums handeln und seine Gesetze (sprich: Sonntagsgesetze) erlassen werden. Dabei richtet sich unsere Aufmerksamkeit zuerst auf die USA, da hier die protestantischen Kirchen den Staat zum Erlass eines Sonntagsgesetzes bringen werden. Dies wird das Bild des Tieres genannt. Alle anderen Nationen werden dem Beispiel der USA folgen.

Verfolgende Macht

Obwohl wir wissen, dass dem Papsttum ein Bild gemacht werden wird, ist es offensichtlich nicht bloß Zuschauer im letzten Kampf. Es entpuppt sich vielmehr als die Macht des Hintergrunds, das seine Fäden so präzise gezogen hat, dass es Nationen und Kirchen in gleicher Weise nach seinem Willen wie Marionetten spielen lässt. Es ist der große Schachspieler, der alle Beteiligten wie Figuren in einem Schachspiel agieren lässt.
Die Rolle des Papsttums wird auch in vielen Aussagen von Ellen White erklärt. Dabei wird deutlich, dass sogenannte Protestanten einerseits und Katholiken andrerseits die Initiatoren der Verfolgung sein werden. Was die einen schwerpunktmäßig in Amerika bewirken, bewirken die anderen in Europa: 
„Wünscht der Leser die in dem bald anbrechenden Kampf wirkenden Kräfte zu verstehen, so braucht er nur den Bericht über die Mittel zu verfolgen, welche Rom für denselben Zweck in der Vergangenheit angewandt hat. Möchte er wissen, wie die Katholiken und Protestanten gemeinsam jene behandeln werden, welche ihre Glaubenssätze verwerfen, dann achte er auf den Geist, welchen Rom gegen den Sabbat und dessen Verteidiger bekundet hat.“ (Der große Konflikt 537) 
„...schließlich wird gegen alle, die den Sabbat des vierten Gebots heiligen, ein Erlass ergehen, worin sie als der härtesten Strafen würdig hingestellt werden, und man dem Volk Freiheit verleiht, sie nach einer gewissen Zeit umzubringen. Der Katholizismus in der Alten [Europa; d.Verf.] und der abgefallene Protestantismus in der Neuen Welt [Amerika; d.Verf.] werden in ähnlicher Weise gegen die verfahren, die alle göttlichen Vorschriften ehren. Dann wird Gottes Volk in jene Ereignisse der Trübsal und des Jammers versenkt werden, welche von dem Propheten als die Angst Jakobs beschrieben werden...“ (Der große Konflikt 576; s.a. Christus kommt bald 185) 
„Alle, die sich nicht dem Erlass der nationalen Parlamente beugen werden, um den durch den Menschen der Sünde eingesetzten Sabbat zu ehren und dadurch Gottes heiligen Tag zu missachten, werden nicht nur die unterdrückende Macht des Papsttums allein, sondern auch die der protestantischen Welt, des Bildes des Tieres, zu spüren bekommen.“ (Selected Messages II 380; vgl. Für die Gemeinde geschrieben II 390)“ 
„Ich sah, dass die bekenntliche Kirche und die bekenntlichen Adventisten uns, wie Judas, den Katholiken verraten würden, um deren Einfluss gegen die Wahrheit zu erlangen. Die Heiligen werden dann ein unbedeutendes Volk sein, das den Katholiken wenig bekannt ist. Aber die Kirchen und Namensadventisten, die von unserem Glauben und Gewohnheiten wissen, werden die Heiligen verraten (denn sie hassten uns wegen des Sabbats, weil sie ihn nicht widerlegen konnten) und sie den Katholiken als solche anzeigen, die die Einrichtungen des Volkes missachten; d.h., dass sie den Sabbat halten und den Sonntag missachten.“ (SpM 1)
Diese Zeugnisse zeigen in Verbindung mit den biblischen Prophezeiungen, daß die europäischen Staaten mit dem Papsttum eine Verbindung eingehen werden, die zur Verfolgung des Volkes Gottes führen wird.

Das Ende des Tieres

Offenbarung 17,15 „Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen. 17,16 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie ausplündern und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. 17,17 Denn Gott hat's ihnen in ihr Herz gegeben, nach seinem Sinn zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis vollendet werden die Worte Gottes. 17,18 Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden.“

Da wir Vers 15 bereits erklärt haben, wenden wir uns den übrigen Versen zu. 
Wir haben bereits erklärt, wer die Hure ist. Eine Hure ist kein Staat und kein politisches System, sondern eine Kirche in ihrem abgefallenen Zustand. Die Mutterkirche ist die römisch-katholische Kirche und ihre babylonischen Töchter sind die ihr in den Abfall gefolgten Kirchen. Die Hure Babylon, also die römisch-katholische Kirche, reitet auf einem Tier mit zehn Hörnern. Ein Tier dagegen ist keine Kirche, sondern ein politisches System bzw. ein Staat oder ein Reich. Dieses Tier ist, wie wir erklärt haben, Rom - genauer gesagt in dieser Phase des achten Kopfes das päpstliche Rom, dessen tödliche Wunde wieder heil geworden ist. Die Frage drängt sich daher auf, ob die römisch-katholische Kirche auf dem Papsttum reitet? Das klingt etwas eigenartig. Dazu kommt, dass in Vers 16 beschrieben wird, wie das Tier die Hure hassen wird und sie zusammen mit den zehn Hörnern ausplündern und entblößen wird. Der Unterschied zwischen Tier und Hure muss präzise beantwortet werden, um dieses Geheimnis lüften zu können.
Wir haben bereits angedeutet, dass das Papsttum, dessen Todeswunde heil wurde, kein ausgebreitetes Territorium des Vatikans ist. Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass das Hoheitsgebiet des Vatikans seine Grenzen erweitern wird, um auf die Länder der Erde Einfluss zu gewinnen. Wir wissen aber, dass alle Länder der Erde päpstliche Gesetze erlassen werden. Offenbarung 13 und 14 verraten uns, dass das Merkmal der Autorität des Papsttums, also die Verlegung des Siebenten-Tags-Sabbats auf den ersten Tag der Woche, als Sonntagsgesetz in jedem Land der Erde erlassen werden wird. Damit werden die Länder der Erde zur gesetzgebenden Macht päpstlicher Gesetze werden. Ohne, dass der Vatikanstaat die ganze Welt erobert, wird das Tier dennoch die Länder der Erde unter seine Gesetzgebung bringen. Alle werden dem Tier huldigen. Ein Tier ist wie gesagt ein Reich und ein Reich ist dort, wo dessen Gesetze Gültigkeit besitzen. Wenn alle Länder der Welt päpstliche Gesetze erlassen werden, gehören diese Länder konsequenterweise auch zum Reich des Tieres. Beim achten Kopf des Tieres handelt es sich also um ein päpstliches Rom, das sich durch die Sonntagsgesetzgebung auf die ganze Welt erstreckt. 
Wir beweisen diese Schlussfolgerung, indem wir auf die fünfte Plage hinweisen. „Und der fünfte Engel goß aus seine Schale auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert, und die Menschen zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen und lästerten Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und bekehrten sich nicht von ihren Werken.“ (Offenbarung 16,10.11) In der fünften Plage wird nicht nur der Vatikanstaat verfinstert werden, sondern das gesamte Reich des Tieres. Offensichtlich lästern die Menschen, die in diesem Reich leben und von dieser Plage befallen sind, Gott wegen ihrer Geschwüre. Dieses Geschwür haben allerdings laut Offenbarung 16,2 nur diejenigen, die das Malzeichen des Tieres angenommen haben. Da aber „allesamt“ (Offenbarung 13,16) das Malzeichen tragen werden, vor dem alle „die auf Erden wohnen, alle Nationen und Stämme und Sprachen und Völker“ (Offenbarung 14,6) gewarnt wurden und Jesus sagt, „ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern“ (Matthäus 24,9), ist die Schlussfolgerung zwingend, dass das Reich des Tieres sich auf die ganze Erde erstrecken wird.
Das Papsttum des achtem Kopfes betrifft daher nicht nur den Vatikanstaat, sondern alle Länder der Erde. Die Hure Babylon ist die Kirche, die dieses Tier reitet und es nach ihrem Willen lenkt. Dieses Bild der Hure, die auf dem Tier reitet, ist ein Ausdruck der Verbindung zwischen Kirche und Staat. Diese von Gott verbotene Allianz hat Satan in der Geschichte immer wieder angestrebt, um Gottes Volk verfolgen und vernichten zu können. Und mit den vereinten Völkern und Kirchen wird er gegen die „übrigen von ihrem Geschlecht, die Gottes Gebote halten...“ (Offenbarung 12,17) in den Kampf ziehen. „Die werden gegen das Lamm kämpfen,...“ aber „das Lamm wird sie überwinden, denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige,...“ (Offenbarung 17,14)
Die Nationen, die sich bei der Durchsetzung des Sonntagsgesetzes so sicher waren, Gottes Willen auszuführen, weil sie die Kirche unterstützten, werden bei der Ausgießung der Plagen erkennen, dass sie in Wirklichkeit gegen Gott gekämpft und verloren haben. Wenn die Menschen voller Geschwüre, Meer und Flüsse statt Wasser mit Blut gefüllt sind und die Sonne so heiß brennt, dass die Menschen versengt werden, erkennen die Nationen der Erde, dass sie von der Hure betrogen worden sind. Dann „werden <sie> die Hure hassen und werden sie ausplündern und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen.“ (Offenbarung 17, 16)
Somit werden sie „nach Gottes Sinn“ (V.17) handeln, und es „es werden ihre Plagen an einem Tag kommen, Tod, Leid und Hunger, und mit Feuer wird sie verbrannt werden; denn stark ist Gott der Herr, der sie richtet.“ (Offenbarung 18,8). Damit ist auch erfüllt, was der Prophet Daniel über das päpstliche Rom vorhersagt: Nach den 1260 Jahren „wird das Gericht gehalten werden; dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet werden. Aber das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden, dessen Reich ewig ist, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen.“ (Daniel 7,26.27)

Resümee

Offenbarung 17 schildert uns zuverlässig die Rolle, die Rom in der Geschichte spielte und spielen wird. Wir erhalten hier eine Offenbarung über die Verbindung von Kirche und Staat, die eine Verfolgung bringen wird, wie sie nie gewesen ist. Dazu beleuchtet dieses Kapitel den Hintergrund der Einigungspolitik in Europa. Dieses Kapitel ist eine eindringliche Warnung, das Papsttum und seine Bestrebungen zu unterschätzen, wie es heute allgemein üblich geworden ist. 
Wir wollen mit den Worten von Ellen White schließen, die die Rolle des Papsttums im Endkonflikt und deren vorausgehende fatale Fehleinschätzung treffend charakterisiert: „Der Romanismus wird von den Protestanten gegenwärtig viel günstiger angesehen als in früheren Jahren. In den Ländern, wo der Katholizismus nicht im Zunehmen begriffen ist und die Päpstlichen eine versöhnende Haltung einnehmen, um Einfluss zu gewinnen, herrscht eine zunehmende Gleichgültigkeit über die Lehren, welche die protestantischen Kirchen von der päpstlichen Hierarchie trennen. Die Ansicht verbreitet sich immer mehr, dass wir in den wichtigsten Punkten nicht so weit auseinandergehen, wie vermutet wurde, und dass ein kleines Zugeständnis unsererseits uns in ein besseres Verhältnis mit Rom bringen werde. Es gab eine Zeit, da die Protestanten einen hohen Wert auf die Gewissensfreiheit legten, welche so teuer erkauft worden war. Sie lehrten ihre Kinder, das Papsttum zu verabscheuen und hielten dafür, dass ein Streben nach Übereinstimmung mit Rom der Untreue gegen Gott gleichkäme. Aber wie weit verschieden sind die Gefühle, welche sich jetzt kundgeben! 
Die Verteidiger des Papsttums erklären, dass ihre Kirche verleumdet worden sei; und die protestantische Welt ist geneigt, diese Erklärung anzunehmen. Viele machen geltend, dass es ungerecht sei, die römische Kirche der Neuzeit nach den Greueln und Ungerechtigkeiten zu richten, welche ihre Herrschaft während der Jahrhunderte der Unwissenheit und der Finsternis kennzeichneten. Sie entschuldigen ihre entsetzliche Grausamkeit mit der Roheit der Zeiten und behaupten, dass die Einflüsse der modernen Bildung ihre Gefühle verändert hätten. 
Haben diese Leute den Anspruch auf Unfehlbarkeit vergessen, der 800 Jahre lang von dieser hochmütigen Macht geltend gemacht wurde? Weit davon entfernt, diesen Anspruch fahren zu lassen, wurde er im 19. Jahrhundert mit größerer Bestimmtheit als je zuvor bestätigt. Wenn Rom behauptet, dass die Kirche nie geirrt habe und laut der Heiligen Schrift nie irren werde (Mosheim, Inst. Hist. Eccl., 3. Buch, 1. Jahrh., 2. Abschn., Sek. 9, Anm.: Dictates Hildebrandt), wie kann es dann von den Grundsätzen abstehen, die sein Verhalten in vergangenen Zeiten regelten? 
Die päpstliche Kirche wird ihren Anspruch auf Unfehlbarkeit nie fahren lassen. Sie besteht darauf, in allem, was sie in ihren Verfolgungen gegen die, welche ihre Glaubenssätze verwarfen, getan hat, recht gehandelt zu haben; und würde sie nicht dieselben Taten wiederholen, falls sich die Gelegenheit darbieten sollte? Würden die jetzt von weltlichen Mächten auferlegten Schranken beseitigt und würde Rom wieder in seine frühere Macht eingesetzt werden, dann würde sich sofort eine Wiederbelebung seiner Gewaltherrschaft und Verfolgung zeigen. ...
Die römische Kirche ist weitgreifend in ihren Plänen und ihrer Art des Wirkens. Sie bedient sich jeder List, um ihren Einfluss auszudehnen und ihre Macht zu vermehren, während sie sich auf einen grimmigen und entschlossenen Kampf vorbereitet, um die Herrschaft der Welt wiederzugewinnen, die Verfolgung wieder einzuführen und alles zu vernichten, was der Protestantismus getan hat. ...
Die Protestanten haben sich mit dem Papsttum eingelassen und es begünstigt; sie haben Verträge und Zugeständnisse gemacht, welche selbst die Katholiken überraschen und die sie nicht verstehen können. Die Menschen verschließen sich gegen den wahren Charakter der römischen Kirche und die Gefahren, welche von ihrer Oberherrschaft zu befürchten sind. Sie müssen aufgeweckt werden, um dem Vordringen dieses höchst gefährlichen Feindes der bürgerlichen und religiösen Freiheit zu widerstehen. “ (Der große Konflikt 527-530 [564-567])

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