Die Finanzierung der letzten Armee Gottes

von John Grosboll

 

Titel des englschen Originals: Financing God's Last Army

Übersetzung und Herausgabe: "Die Wahrheit für heute"; Postfach 140; CH-4932 Lotzwil

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Vorwort

Liebe Leserin
Lieber Leser,


Gott ist der Geber aller guten Gaben (Jakobus 1,17). Er gibt uns unser tägliches Brot. Er schenkt uns die Gesundheit, so dass wir unserer Arbeit nachgehen können. Ja, selbst unser Leben stammt von IHM. Auch derjenige, der die Existenz eines persönlichen Gottes leugnet, hat sein Leben dem Schöpfer aller Dinge zu verdanken. Damit wir unsere Abhängigkeit von Gott nicht vergessen und uns stets bewusst sind, dass er allein in der Lage ist, uns in jeder Situation am Leben zu erhalten, hat er eine Einrichtung geschaffen, die sich für jeden, der sich daran hält, als ein großer Segen erweist nämlich die Einrichtung des Zehnten.
Die Worte aus Maleachi 3,10 sind uns sicherlich mehr als geläufig: "Bringet aber den Zehnten ganz in das Kornhaus, auf dass Speise in meinem Hause sei, und prüfet mich doch dadurch, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun und euch Segen in überreicher Fülle herabschütten werde!"
Der Sinn des Zehnten ist, dass Speise in Gottes Haus sein soll. In 1. Timotheus 3,15 sehen wir, was mit dem Haus Gottes gemeint ist: Es ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit. Das Wort Gottes zeigt uns auch, was mit der Speise gemeint ist: "Dein Wort ward meine Speise sooft ich's empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost." (Jeremia 15,16). Mit diesem Wort ist selbstverständlich das Wort der Wahrheit gemeint (Epheser 1,13; Kolosser 1,5). Der Zehnte steht also in direktem Zusammenhang mit der Wahrheit. Genauso wie man Mangel an irdischer Speise haben kann, ist es auch möglich, Mangel an geistlicher Speise zu leiden. Die Folge ist, dass das geistliche Leben im Menschen stirbt und er wiederum tot ist in Übertretung und Sünde (siehe Epheser 2,1). Welche Speise die Herde heute braucht lesen wir in Erfahrungen und Gesichte, Seite 54:
"Es sind viele köstliche Wahrheiten in dem Worte Gottes enthalten, aber es ist 'gegenwärtige Wahrheit', was die Herde jetzt bedarf. Ich habe die Gefahr gesehen, wenn Botschafter die wichtigen Punkte der gegenwärtigen Wahrheit verlassen und sich bei solchen Gegenständen aufhalten, die nicht zur Einigung der Herde und Heiligung der Seele beitragen. Satan wird jeden möglichen Vorteil wahrnehmen, das Werk zu schädigen.
Aber solche Gegenstände wie das Heiligtum in Verbindung mit den 2300 Tagen, die Gebote Gottes und der Glaube Jesu, sind vollkommen geeignet, die vergangene Adventbewegung zu erklären und zu zeigen, was unsere gegenwärtige Stellung ist, den Glauben der Zweifelnden zu befestigen und ihnen die Gewissheit der herrlichen Zukunft zu geben. Ich habe häufig gesehen, dass dies die hauptsächlichsten Gegenstände sind, bei denen die Botschafter verweilen sollten."
Was wird die Folge sein, wenn die obenerwähnten Wahrheitspunkte nicht mehr die hauptsächlichsten Gegenstände bei der Verkündigung sind? Erhält die Herde dann noch die Speise, die sie so dringend benötigt? Oder könnte es sein, dass die Herde aus Mangel an gegenwärtiger Wahrheit verhungert?
Das vorliegende Büchlein mag für den einen oder anderen neue Aspekte aufzeigen oder Zitate enthalten, die ihm bislang unbekannt waren. Es ist daher unser Wunsch, dass jeder diese Dinge erst einmal unvoreingenommen entgegennimmt, sie anschließend dem Herrn vorlegt und IHN bittet, seine Wahrheit zu offenbaren. Möge der Herr Dich beim Studium segnen.

Die Herausgeber

 

Die Finanzierung der letzten Armee Gottes

Ist es tatsächlich auch Dein inniges Verlangen, dass Jesus bald wiederkommt? Ja? Dann lass uns daran denken, dass Jesus nicht zur Erde zurückkehren wird, bevor das ewige Evangelium der ganzen Welt, allen Nationen, Sprachen und Völkern verkündigt worden ist (Matthäus 24,14; Offenbarung 14,6.7). Jesus hätte den Missionsbefehl sicher nicht erteilt, wenn er nicht einen Plan hätte, wie dieser Auftrag ausgeführt werden soll. Und dieser Auftrag ist in der Bibel klar umschrieben. Aber wir sind so träge, und es macht uns Mühe, Gottes Absichten zu verstehen. Darum ist Gott auf unsere Stufe herabgestiegen und hat uns seinen Plan für den Abschluss des Werkes durch das Schrifttum des Geistes der Weissagung in viel detaillierterer Form gegeben.

Gott hat Mittel und Wege, um all seine Pläne zu unterstützen

Für jeden Plan, den Gott für den Abschluss seines Werkes gelegt hat, hat er die Arbeitsweise ausgedacht und uns Anweisungen erteilt, so dass wir wissen können, wie dieser Plan funktioniert und wie er zu unterstützen ist. Buchevangelisten zum Beispiel sollen ihren Lebensunterhalt aus dem Erlös der verkauften Bücher bestreiten. Ärzte und Krankenschwestern dagegen sollten aus den Tagegeldern entlohnt werden, welche die Patienten für ihren Kuraufenthalt im Sanatorium bezahlen. Landwirte, die in der Mission tätig sind, sowie Handwerker sollen ihren Verdienst aus dem Ertrag ihrer Farm bzw. aus den erbrachten Dienstleistungen haben.
Aber es gibt eine Klasse von Missionsarbeitern, die ihren Lebensunterhalt nicht dadurch verdienen soll, dass sie alltägliche, d.h. gewöhnliche Arbeit verrichtet. Bei dieser Klasse handelt es sich um jene, die im Evangeliumswerk mitwirken. Das umfasst mehr als nur gerade die, welche allgemein als "Prediger" bezeichnet werden. Nach dem Schrifttum von Ellen G. White schließt das Werk des Dienstes am Evangelium die folgenden Mitarbeiter mit ein:

"Einrichtungen, die Gottes Werkzeuge sind, um sein Werk auf Erden voranzutreiben, müssen unterstützt werden. Gemeinden sind ins Leben zu rufen, Schulen müssen gegründet und Verlagsanstalten mit Anlagen ausgestattet werden, damit ein großes Werk in der Verbreitung der Wahrheit getan und diese in alle Teile der Welt hinausgetragen werden kann. Diese Institutionen sind von Gott verordnet und sollten durch Zehnten und großzügige Spenden unterhalten werden." (Testimonies for the Church, Band 4, Seite 464).

"Jene, die die Botschaft der Wahrheit vor großen Mengen verkünden und zudem von Haus zu Haus gehen, verrichten ein doppeltes Missionswerk. Ihre Gehälter sollten daher auf keinen Fall gekürzt werden. Die Verwendung des Zehnten muss von unserem Volk als eine heilige Sache angesehen werden." (Echoes from the Field, 21. Juni 1905).

"Ich habe vom Herrn die spezielle Anweisung erhalten, dass der Zehnte für einen besonderen Zweck bestimmt und Gott geweiht ist, jene zu unterhalten, die als des Herrn Auserwählte in dem heiligen Werk nicht nur predigen, sondern auch anders dienen. Sie sollten verstehen, was dies alles umfasst." (Manuscript Releases, Band 1, Seite 187).

"Einige sehen den Nutzen nicht, dass die Jugend belehrt werden sollte, Ärzte für Körper und Geist zu werden. Sie sagen, der Zehnte sollte nicht verwendet werden, um ärztliche Missionare zu unterstützen, die ihre Zeit damit zubringen, Kranke zu behandeln. Ich bin angewiesen worden, als Antwort auf solche Behauptungen wie diese zu sagen, dass unser Denken nicht so eng werden und auf eine Stufe herabsinken darf, dass wir die wahre Sachlage nicht mehr erkennen." (Medical Ministry, Seite 245).

 

"Unmissverständlich wurde Licht darüber gegeben, dass diejenigen, die an unseren Schulen unterrichten, indem sie Gottes Wort lehren, die Schrift erklären und Studenten in der Sache Gottes ausbilden, mit Zehntengeld unterhalten werden sollen. Diese Anweisung wurde lange zuvor gegeben und immer wieder wiederholt." (Testimonies for the Church, Band 6, Seite 215).

"Es war ein Verstoß gegen Gott, als man den Lohn für den Ältesten Haskell kürzte. Eine solche Tat zeugt von großem Mangel an Urteilskraft. Ich wurde unterwiesen, dass das Gehalt in solchen Fällen voll aus dem Zehnten gedeckt werden soll. Aufmerksam sollte man darauf achten, dass Männer, die sich im Werke Gottes verausgabt haben, nicht vernachlässigt werden. Der fehlende Betrag aus der Vergangenheit sollte ergänzt werden. Und unseren farbigen Predigern sollte man nicht ein so mageres Gehalt zahlen, dass sie nicht einmal in der Lage sind, für ihre Familien zu sorgen. Ich merke mir jene Leute vor, welchen in dieser Sache Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Auf dieser Liste führe ich auch die Namen der Witwen auf, deren Ehegatten im Dienst für Gott gestorben sind, während sie ihre Gattinnen und Kinder in bedürftigen Verhältnissen zurückgelassen haben. Für dieses Handeln habe ich ein 'So spricht der Herr. ` (Manuscript Releases, Band 15, Seite 230).

Der Zehnte sollte jenen zukommen, die in Wort und Lehre arbeiten, seien sie nun Männer oder Frauen." (Evangelism, Seite 492).


Es ist wahr, dass der Apostel Paulus seinen Lebensunterhalt zeitweilig durch Ausübung eines Handwerks verdiente, um "ganz praktisch zu veranschaulichen" "was an vielen Orten, wo das Evangelium noch unbekannt war, von geheiligten Gemeindegliedern getan werden konnte" (Das Wirken der Apostel, Seite 353). Aber in Wirklichkeit ist das nicht Gottes Plan für den Unterhalt des Evangeliumswerkes, denn auf der nächsten Seite schreibt Ellen White:

"Es ist Gottes Wille, dass solche Arbeiter von unnötigen Sorgen frei seien, damit sie uneingeschränkt der Aufforderung nachkommen können, die Paulus an Timotheus richtete: 'Danach ringe, in dieser Richtung lebe, damit deine Fortschritte allen kund werden! (1. Timotheus 4,15 Pfäfflin). Zwar sollen sie auch darauf achten, sich genügend Bewegung zu verschaffen, um Geist und Körper kräftig zu erhalten; dennoch ist es nicht Gottes Wille, dass sie sich gezwungen sehen, einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit mit weltlicher Arbeit zu verbringen." 

(Das Wirken der Apostel, Seite 354)

Wir sind für die Verwendung unseres Zehnten verantwortlich

Das Evangelium überträgt jedem einzelnen von uns Verantwortung in dieser Sache. Dieser persönlichen Verantwortung kann man sich in keinem Falle entziehen oder sie auf andere abwälzen. Wenn Gott uns belehrt, den Zehnten nur für das Evangeliumswerk zu verwenden, dann wird er es nicht entschuldigen, wenn wir dieses Geld für etwas anderes einsetzen. Was könnte doch geschehen, wenn der ganze Zehnte nur für das Evangeliumswerk verwendet und nichts davon abgezweigt würde, indem man es in "Nicht Zehntengeld" umwandelt?
Gott wird es nicht verzeihen, wenn wir den Zehnten zur Unterstützung der Verkündigung von Abfall verwenden oder für anderweitige Zwecke als die besonders angeführten:

  • "Ein schreckliches Wehe ruht auf denen, welche die Wahrheit predigen, aber nicht durch sie geheiligt sind. Ein schreckliches Wehe gilt aber auch denen, die Ungeheiligte aufnehmen und unterstützen, um von ihnen in Wort und Lehre unterwiesen zu werden." (Testimonies for the Church, Band 1, Seiten 261 262).

    "So wie denen ein 'Wehe' gilt, welche die Wahrheit predigen, aber nicht von ihr in Herz und Lebensführung geheiligt sind, ebenso gilt auch jenen ein Wehe', welche die Ungeheiligten empfangen und in einem Amt unterhalten, dem gerecht zu werden, sie gar nicht in der Lage sind." (Testimonies for the Church, Band 2, Seite 552).

    "Die Gemeinden müssen aufwachen. Die Gemeindeglieder müssen aus ihrem Schlaf erwachen und sich fragen: Wie wird das Geld, das wir in die Schatzkammer legen, verwendet? Der Herr wünscht, dass diese Dinge gründlich untersucht werden. Sind wir mit der Entwicklung des Werkes während der letzten fünfzehn Jahre zufrieden? Wo ist der Beweis, dass wir mit Gott zusammengearbeitet haben? Wo überall vernahm man in unseren Gemeinden das Gebet um die Hilfe des Heiligen Geistes? Unbefriedigt und entmutigt wenden wir uns von diesem Anblick ab.
    Unsere Gemeinden und Institutionen müssen wieder dahin zurückkehren, wo sie sich befanden, bevor sich Abtrünnigkeit einstellte und sie anfingen, auf Menschen zu vertrauen und Fleisch zu ihrem Arm zu machen. Haben wir noch nicht genug menschliche Weisheit gesehen? Sollten wir jetzt nicht Gott mit allem Ernst und mit aller Einfalt suchen und ihm mit Herz und Geist und all unseren Kräften dienen?
    Die Kinder Israel sahen die Ehrfurcht gebietende Erscheinung der Gegenwart Gottes auf dem Berge. Aber während Mose vierzig Tage von ihnen weg war, setzten sie ein goldenes Kalb an die Stelle Gottes. Ähnliche Dinge sind auch unter uns als Volk getan worden. Lasst uns darum in Reue und mit Zerknirschung zu Gott zurückkehren. Lasst uns auf ihn vertrauen und nicht auf Menschen." (Kress Collection, Seite 120).

 

Zweckentfremdung von Zehntengeldern

Eines der Hauptziele Satans besteht darin, das Geld abzuzweigen, das in die Schatzkammer des Herrn fließen sollte. Auf diese Weise ist er darauf aus, den Zustrom von Geldern versiegen zu lassen, welche zum Abschluss des Werkes Gottes benötigt werden.

  • "Bei vermögenden Menschen stirbt das geistliche Leben, weil sie es unterlassen, mit den Mitteln, die Gott in ihn: Hände legte, für die Rettung ihrer Mitmenschen mitzuhelfen.“ (Testimonies for the Church, Band 2, Seite 664).

    "Ein schmeichelhafter Prospekt mag uns vorgelegt werden, um Geld in Patent Rechte oder in andere als hervorragend erscheinende Unternehmen zu investieren, die Satan mit einem bestrickenden Zauber umgibt. Der Prospekt, der dazu dient, Geld zu erhalten, verführt sie schnell und mit Leichtigkeit Obschon sie sich entschlossen haben, dieses Geld in die Schatzkammer Gottes zu bringen, kommen sie zu dem Schluss, es für dieses Geschäft einzusetzen. Sie glauben, so das Geld in großem Maße zu vermehren, um dann eine große Summe für das Werk Gottes zu geben. Aber sie sehen die Möglichkeit eines Fehlschlages nicht. Die Mittel entgleiten ihren Händen und bald sehen sie zu ihrem eigenen Bedauern, dass sie einen Fehler begangen haben. Der schmeichelhafte Prospekt ist verblasst Ihre Erwartungen gingen nicht in Erfüllung. Sie wurden verführt. Satan hat sie überlistet. Er war schlauer als sie und schaffte es, sich ihrer Mittel zu bemächtigen und sie vom Werke Gottes fernzuhalten. Diese Mittel hätten für die Verkündigung der Wahrheit und für die Rettung von Seelen, für die Christus starb, verwendet werden sollen." (Testimonies for the Church, Band 2, Seite 665).

    "Vermögen wird oft testamentarisch Kindern und Enkelkindern zu deren eigenem Schaden vererbt. Sie zeigen keine Liebe für Gott oder für die Wahrheit. Darum gelangen all diese Mittel, die doch dem Herrn gehören, in die Reihen Satans, um von ihm kontrolliert zu werden. Beim Sichern von Mitteln ist Satan viel wachsamer, scharfsinniger und geschickter als unsere Brüder, die das Eigentum des Herrn sicherstellen sollten" (Counsels an Stewardship, Seite 323).

    "Richtig praktizierte Wohltätigkeit erhebt die geistigen und sittlichen Kräfte des Menschen und regt sie zu gesündester Tätigkeit an, um den Bedürftigen zum Segen zu sein und die Sache Gottes zu fördern. Wenn jene, die Mittel besitzen, erkennen würden, dass sie Gott für jeden ausgegebenen Dollar Rechenschaft ablegen müssen, dann wäre ihr vermeintlicher Mangel viel kleiner. Wenn ihr Gewissen nicht tot wäre, dann würde es sich beim nutzlosen Geldausgeben zur Befriedigung von Esslust, Stolz, Eitelkeit und Liebe zum Vergnügen bemerkbar machen. Das Gewissen würde sich melden und zeigen, dass des Herrn Geld vergeudet wurde, das doch seinem Werk hätte geweiht werden sollen. Jene, die die Güter ihres Herrn verschwenden, werden in der kommenden Zeit dem Meister für ihr Handeln Rechenschaft ablegen müssen. Wenn bekenntliche Christen weniger von ihrem Reichtum verwenden würden, um ihren Körper zu zieren und ihn: eigenen Häuser zu verschönern, wenn sie weniger gesundheitsschädigende Sachen und Speisen im Übermaß auf den Tisch brächten, dann wären sie in der Lage, viel größere Beträge in Gottes Schatzkammer zu legen." (Testimonies for the Church, Band 3, Seite 401).

 

Wir tragen die Verantwortung, darüber zu wachen, ob unser Zehnte und unsere Gaben für die Sache Gottes tatsächlich für die Verkündigung der Wahrheit eingesetzt werden. Wir müssen auf der Hut sein, damit uns der Teufel nicht überlistet und sich die Mittel, die Gott in unsere Hände gegeben hat, für die falsche Schatzkammer sichert.

Welches ist Gottes Vorratskammer?


Wenn wir mit Gewissheit und im Sinne eines Christen eine verantwortungsvolle und der Sache Gottes dienliche Entscheidung über die Verwendung des Zehnten treffen wollen, dann müssen wir vorerst wissen, was Gottes Vorratshaus ist.
Es gibt nur zwei Vorratskammern in dieser Welt.

  • "Es gibt nur zwei Orte in dieser Welt, wo wir unsere Schätze 'deponieren' können in der Vorratskammer Gottes oder in derjenigen Satans. Alles, was nicht dem Dienst Christi geweiht ist, kommt der Seite Satans zugute und trägt dazu bei, seine Sache zu fördern." (Testimonies for the Church, Band 6, Seite 447).

 

Alle unsere Zehnten und Gaben sollen in die Vorratskammer Gottes fließen.

  • "So wie Abraham es tat, sollen auch wir von allem, was wir besitzen und erhalten, den Zehnten bezahlen. Ein voller Zehnter ist des Herrn Teil. Ihn zurückzubehalten heißt Gott berauben. Jeder sollte aus freien Stücken, bereitwillig und freigebig seine Zehnten und Gaben in die Vorratskammer des Herrn bringen. Wer so handelt, wird einen Segen empfangen. Es gibt keine Sicherheit, wenn wir Gott den Teil vorenthalten, der ihm gehört" (Kress Collection, Seite 60).

 

Das Wort "Vorratskammer" ist gleichbedeutend wie der Ausdruck "Schatzkammer'.

  • “Wenn alle Zehnten in die Vorratskammer gebracht würden, dann wäre Gottes Schatzkammer nicht leer." (Pacific Union Recorder, 10. Oktober 1901)


Wir empfangen reiche Gaben aus Gottes Vorratskammer. Das ewige Leben ist eine Gabe, die wir aus Gottes Schatzkammer erhalten, und jeder irdische Segen, den wir empfangen, stammt ebenfalls aus seiner Vorratskammer. Als Dank dem großen Geber gegenüber und um den Grundsatz der Selbstlosigkeit in unserem Herzen zu entwickeln, sollen wir in dem Maße in die Vorratskammer zurückbringen, wie der Herr uns gesegnet hat:

  • "Der Herr Jesus ist eine nie versiegende Vorratskammer, aus der die Menschen Kraft und Mut empfangen" (The Faith I Live By, Seite 156).

    "Wem Gott außergewöhnliche Gaben anvertraut hat, sollte das Empfangene wieder in die Vorratskammer des Herrn zurücklegen. Das geschieht in der Weise, dass er andern reichlich vom empfangenen Segen mitteilt." (In Heavenly Places, Seite 221).


Wenn wir Mittel in Gottes Vorratskammer bringen, dann sammeln wir uns Schätze im Himmel:

  • "Viele könnten sich Schätze im Himmel sammeln, indem sie den von Gott beanspruchten Teil und Gaben in die Vorratskammer des Herrn legten." (Messages to Young People, Seite 307).

 

Wenn wir unsere Zehnten und Gaben Gott bringen, dann können wir größeren Segen empfangen als wir Raum dafür haben.

  • "Die Bedürfnisse des Werkes erfordern jetzt weit größere Unterstützung als je zuvor. Der Herr ruft sein Volk auf, jede Anstrengung zu unternehmen, um Ausgaben zu verringern. Nochmals flehe ich euch an, euer Geld in andere Bahnen zu lenken, anstatt es für Selbstportraits und Bilder eurer Freunde auszugeben. Lasst das Geld, das der Befriedigung der Selbstsucht geweiht war, in die Schatzkammer des Herrn fließen, um jene zu unterstützen, die dafür arbeiten, dass Seelen vor dem Untergang gerettet werden. Lasst jene, die Häuser und Ländereien besitzen, auf die Botschaft: achten: 'Verkaufet, was ihr habt und gebet Almosen. "Bringet aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, damit Speise sei in meinem Haus und prüfet mich hiermit, ob ich euch nicht des Himmels Fenster öffnen werde und Segen herabschütten die Fülle'". (1888 Materials, Seite 1132).

 

Ellen White setzte die Schatzkammer mit dem Werk Gottes gleich. Mit dem Werk Gottes ist das gemeint, was die Ausbreitung der Wahrheit fördert und Seelen rettet. Lies nochmals das Zitat aus Testimonies for the Church, Band 2, 665 auf Seite 7 in diesem Büchlein.

Wo ist die Vorratskammer?

Wenn wir Zehnten und Gaben in Gottes Vorratskammer bringen sollen, dann müssen wir auch wissen, wo sich diese Vorratskammer befindet. Es gibt Leute, die der Meinung sind, sie liege in Italien, in der Nähe des Flusses Tiber. Andere glauben, die Vorratskammer befinde sich in Maryland und wiederum andere denken, ihre örtliche Gemeinde sei die Vorratskammer. Doch Gottes Vorratskammer ist viel größer als all die genannten Orte. Der Grund, warum heute in dieser Angelegenheit solche Verwirrung herrscht, ist darin zu suchen, dass viele, wenn nicht die meisten, nicht wissen, wer und was die wahre Gemeinde Gottes ist. Beachte den nachfolgenden, von Gott stammenden Ratschlag:

  • "Ich habe meinen Zehnten den bedürftigsten Menschen gegeben, auf die ich aufmerksam gemacht wurde. Ich bin angewiesen worden, so zu handeln. Und da das Geld auf diese Weise er Schatzkammer [Vorratskammer] des Herrn nicht vorenthalten wird, ist es nicht eine Angelegenheit, über die man zu diskutieren braucht, denn das hätte zur Folge, dass ich dann diese Dinge veröffentlichen müsste. Doch möchte ich das nicht tun, weil es nicht zum Besten gereicht. Einige Fälle sind mir während Jahren vor Augen geführt worden und ich habe ihre Bedürfnisse aus dem Zehnten gedeckt, so wie Gott mich angewiesen hat, es zu tun. Und wenn nun jemand zu mir sagt: 'Schwester White, wirst du meinen Zehnten dorthin geben, wo du weißt, dass er am meisten benötigt wird", dann werde ich sagen 'Ja, ich werde es tun;' und ich habe es auch getan. Ich lobe jene Glaubensschwestern, die ihren Zehnten dort eingesetzt haben, wo er am meisten benötigt wird, um ein Werk zu vollbringen, das nicht getan worden ist. Und wenn diese Angelegenheit an die Öffentlichkeit gelangt, dann werden die Leute darüber Kenntnis erhalten. Aber es wäre besser, wenn es so bliebe, wie es jetzt ist. Es macht mir jedoch nichts aus, das Werk, das der Herr mir und andern aufgetragen hat, bekannt zu machen."' (Spalding and Magan Collection, Seite 215).


Ellen White gab den Zehnten direkt an jene, die in der Evangeliumsverkündigung standen. Sie erwähnte dabei, dass dieses Geld der Schatzkammer (Vorratskammer) des Herrn nicht vorenthalten worden war. Dabei wies sie auch darauf hin, dass der Herr nicht nur sie angewiesen hatte, so zu handeln, sondern auch andere. Daraus geht hervor, dass die Vorratskammer des Herrn offensichtlich weit mehr umfasst als nur eine Organisation oder eine Gruppe. Tatsächlich hat der Herr verboten, dass alles Geld nur durch eine einzige Organisation fließen soll:

  • "Die verschiedenen Vereinigungen haben sich dazu verleiten lassen, auf die führenden Männer in Battle Creek zu schauen, ohne deren Zustimmung sie keine wichtige Entscheidung treffen konnten. Der Hang dazu ist immer größer geworden, bis er zu einem ernsthaften Hindernis für den Fortschritt des Werkes wurde. Diese Maßnahme hätte man niemals treffen dürfen. Der Herr möchte, dass sein Volk unter seiner Oberaufsicht steht... Die Einrichtung, dass sämtliche Gelder über Battle Creek laufen müssen, und so unter der Kontrolle der wenigen sich dort befindenden Männer stehen, ist eine falsche Art, die Dinge zu handhaben." (Testimonies to Ministers, Seite 321).

    "In dem Werk, das in der Schule in Madison (Tennessee) für Missionare aus dem In und Ausland getan wird, haben wir ein anschauliches Beispiel, wie die Botschaft hinausgetragen werden soll. Das gleiche gilt auch für die kleinen Schulen, die von Lehrern gegründet wurden, die von Madison ausgegangen waren. Den Arbeitern in all jenen Schulen möchte ich sagen: Fahrt so fort und lernt von Christus. Lasst euch nicht einschüchtern. Seid frei in dem Herrn; seid frei...
    Unsere Gemeindeglieder sollen sich jetzt aufmachen, um ihre Verantwortung zu übernehmen und ihr Recht zu fordern. Lasst sie weniger für Genusssucht und nutzlosen Schmuck ausgeben. Das hierfür ausgegebene Geld gehört dem Herrn und wird dazu gebraucht, ein heiliges Werk für Gott zu verrichten. Erzieht die Kinder zur Missionsarbeit und dass sie Gott ihre Gaben darbringen.
    Verglichen mit dem, was zu diesem Thema ausgesagt werden könnte, habe ich nur wenig vorgebracht. Es ist eine Sünde, jene zu kritisieren und zu tadeln, deren Arbeitsweise nicht der eigenen Vorstellung entspricht.
    Der Herr wirkt durch verschiedene Werkzeuge. Wenn es Leute gibt, die den Wunsch haben, neue Gebiete zu betreten und dabei neue Arbeitsmethoden anzuwenden, dann ermutigt sie, so zu handeln...
    Lasst euch nicht beunruhigen, wenn etwas von den Mitteln direkt an solche geht, die versuchen, auf eine stille und wirksame Weise Missionsarbeit zu tun. Es sollen nicht alle Mittel durch die Hände nur einer Stelle oder Organisation gehen. Es gibt viel Arbeit, die für das Werk Gottes gewissenhaft getan werden muss. Von jeder möglichen Quelle sollte man Hilfe erwarten. Es gibt Menschen, die in der Lage sind, Mittel für das Werk Gottes zu beschaffen. Und wenn diese Leute gewissenhaft und nach den Ratschlägen ihrer Mitangestellten im Feld, das sie vertreten, handeln, dann sollte man nicht die Hand auf sie legen, um sie davon abzuhalten. Ohne Zweifel sind sie Mitarbeiter dessen, der sein Leben für die Rettung von Seelen hingegeben hat.
    Die Brüder Sutherland und Magan sollten ermutigt werden, Mittel zur Unterstützung ihres Werkes zu sammeln. Es ist das gute Recht dieser Brüder, Gaben von jedem aus unserem Volk anzunehmen, den der Herr beeindruckt, auf diese Weise zu helfen." (Spalding and Magan Collection, Seiten 421 422).


Für diejenigen, die daran gingen, dem Missionsauftrag nachzukommen, die aber nicht von einer Vereinigung unterstützt wurden, lautete der Ratschlag des Herrn, sich direkt an das Volk zu wenden.

  • "Du fragst mich, was du tun sollst in Anbetracht der Tatsache, dass dem Zweig des Werkes, in dem du tätig bist, so wenig Hilfe zukommt. Ich würde sagen, 'Vertraue es dem Herrn an.' Es gibt einen Weg, der für dich geöffnet wurde, damit du Unterstützung für das Arbeitsfeld im Süden erlangen kannst: Wende dich direkt an das Volk. In Anbetracht der Umstände ist das der einzige Weg, den du einschlagen kannst. Veröffentliche keinen Bericht in unseren religiösen Zeitschriften über die gegenwärtige Lage, weil es nicht gewürdigt wird. Gelange direkt an die Leute. Der Art und Weise, deren sich Gott bedient, soll nicht durch menschliche Methoden entgegengewirkt werden. Es gibt solche, die Mittel haben und sie werden große und kleine Beträge spenden. Gebrauche dieses Geld direkt für deinen Teil des Weinbergs, der vernachlässigt wurde. Der Herr hat keinen bestimmten Kanal genannt, durch den alle Mittel fließen sollen." (Spalding and Magan Collection, Seite 498).

    "Es darf keinen Menschen geben, der das Recht hat, seine Hand zu erheben und zu sagen: 'Nein, ihr dürft nicht dorthin gehen; wir werden euch nicht unterstützen, wenn ihr dorthin geht: Warum das? Was habt ihr denn mit Unterstützung zu tun? Die Mittel kommen vom Volk und von jenen, die aus dem vernachlässigten Feld stammen. Die Stimme Gottes hat mir offenbart, sie zu unterweisen, dass sie sich für ihre eigenen Bedürfnisse direkt an das Volk wenden sollen. Sie sollten alle Leute dahin bringen, dort zu arbeiten, wo sie einen Platz zur Arbeit finden können und damit das Werk überall da aufzubauen, wo sie können. (Spalding and Magan Collection, Seite 168).

 

Zehntenüberschuss

Um auch verstehen zu können, wie Veruntreuung des Zehnten verhindert werden kann, müssen wir uns in der Verwendung des Zehntenüberschusses auskennen. Zehntenüberschüsse sollen nicht für andere Bereiche im Werk abgezweigt werden, die Gott nicht im einzelnen aufgeführt hat. Mit diesem Überschuss sollen Evangeliumsarbeiter im Weltfeld bezahlt werden, wo es nur spärliche oder gar keine Zehnteneingänge gibt:

  • "Es müssen Missionsstationen unterstützt werden, wo es keine Gemeinden und keine Zehnten gibt. Das gilt auch für Gebiete, wo die Gläubigen neu und der Zehnte begrenzt ist. Wenn ihr, nachdem eure Prediger großzügig entlohnt wurden, noch Mittel habt, die nicht gebraucht werden, dann schickt des Herrn Geld an diese bedürftigen Orte" (Manuscript Releases, Band 1, Seite 184).

 

Reguläre und nichtreguläre Kanäle

Soll der Zehnte nicht zweckentfremdet werden, dann müssen wir auch verstehen, was Ellen White über reguläre und nichtreguläre Pläne im Evangeliumswerk sagte.
In Ellen Whites Tagen bezeichnete man jene, die von einer Vereinigung oder der Generalkonferenz der Siebenten Tags Adventisten angestellt waren als "reguläre Arbeiter"; und dieses Werk wurde als das "offizielle Werk" bezeichnet. Daneben gab es aber auch einige Prediger und Bibelarbeiter, die nicht bei einer solchen Organisation angestellt waren, die Gott aber berief, gemäß dem Missionsbefehl an einem oder an mehreren Orten zu wirken.
Einer von ihnen war ein Bruder namens Shireman. Es wäre für jeden Siebenten-Tags Adventisten von heute sehr aufschlussreich, all die Briefe zu lesen, die Ellen White an verschiedene Arbeiter sandte in Bezug auf das, was man den "Fall Shireman" nennen könnte.
Diese Arbeiter, die nicht von einer Gemeinde Organisation angestellt waren, wurden "nichtreguläre Arbeiter" genannt zumindest von denen, die sich selber als "reguläre Arbeiter" betrachteten und im "offiziellen Werk" tätig waren. Ellen White verwendete deren Fachausdrücke, wenn sie sich auf diese Zustände bezog. "Nichtreguläre Arbeiter" wäre gleichbedeutend wie das, was die "regulären Arbeiter" heute "unabhängige Missionswerke" (englisch: Independent Ministries) nennen. Eines der schlimmen Probleme unter den Adventisten in Ellen Whites Tagen war das Aufkommen königlicher Macht im "offiziellen Werk". Der Ratschlag des Herrn an sein Volk von damals ist noch viel mehr auf die heutige Situation anwendbar.

  • "Aber nun muss ich sagen, dass Gott keine königliche Macht in unseren Reihen eingesetzt hat, um diesen oder jenen Zweig des Werks zu kontrollieren. Das Werk ist sehr eingeschränkt worden, durch die Anstrengung, es auf jeder Ebene zu überwachen. Wir haben hier einen Weinberg vor uns, der unfruchtbare Stellen aufweist, in denen keine Arbeit getan wurde. Und wenn einer daran ginge, diese Stellen in dem Namen des Herrn zu bearbeiten, so würde ihm niemand helfen, wenn er nicht zuerst die Einwilligung der mit Autorität ausgestatteten Männer in einem kleinen Kreis erhielte. Aber es ist Gottes Absicht, dass seine Mitarbeiter Hilfe erhalten. Wenn hundert Arbeiter sich aufmachten, um ein Missionswerk in diesen Not leidenden Gebieten zu beginnen, und sie zu Gott riefen, dann würde er den Weg vor ihnen her öffnen. Lasst mich euch sagen: Wenn euer Herz im Werk ist und ihr Glauben an Gott habt, dann müsst ihr nicht von der Zustimmung irgendeines Predigers oder irgendwelcher Personen abhängig sein. Wenn ihr in der richtigen Art und Weise, im Namen des Herrn und in Demut tut, was euch möglich ist, um die Wahrheit zu verkündigen, dann wird Gott euch rechtfertigen. (General Conference Bulletin, 3. April 1901).

    "Der Pharisäismus in der heutigen christlichen Welt ist keineswegs ausgestorben. Der Herr wünscht, dass dieser Kurs der übertriebenen Genauigkeit aufgegeben wird, der sich so stark eingenistet und das Werk gehindert hat, statt es zu fördern ... Der göttlichen Weisheit muss genügend Raum zum Wirken gewährt werden. Sie muss vorwärts schreiten, ohne jene um Genehmigung oder Unterstützung zu fragen, die sich selber königliche Macht angemaßt haben.In der Vergangenheit hat eine Gruppe von Männern versucht, die Kontrolle über sämtliche Gelder, die von den Gemeinden kamen, in ihren eigenen Händen zu halten ... Sie haben die schwerwiegende Verantwortung auf sich geladen, das Werk Gottes aufgehalten zu haben, wo es hätte gefördert werden sollen. Es wurde einigen wenigen vermeintlich gut gesinnten Männern überlassen, zu bestimmen, in welchen Gebieten zu wirken ist und in welchen nicht. Ein paar Männer haben die Wahrheit in vorgeschriebenen Kanälen zurückgehalten, weil das Betreten neuer Gebiete Geld erfordert hätte. Nur bei jenen Feldern, an denen sie interessiert waren, sind sie bereit gewesen, Geld zu investieren." (Spalding and Magan Collection, Seite 174).

    "Während Jahren lief alles mit der gleichen Routine ab. Der gleiche 'Dienstweg' wurde eingehalten und Gottes Werk ist dadurch in hohem Maße gehindert worden.
    Gott ruft auf zu einer Erweckung und Reformation. Das 'offizielle Werk' hat seine Aufgabe nicht erfüllt, die Gott verwirklicht sehen möchte. Lasst bei der Erweckung und Reformation fortwährend Dinge geändert werden. Wenn auch etwas in dieser Richtung getan wurde, soll doch dieses Werk hier nicht aufhören. Nein! Reißt jedes Joch weg.Lasst die Leute aufwachen und erkennen, dass jeder seine persönliche Verantwortung trägt.
    Die vor Augen geführten Zustände genügen, um allen, die einen echten Missionsgeist besitzen, zu zeigen, dass das 'offizielle Werk' sich als Fehlschlag und Fallstrick erweisen kann. Möge Gott seinem Volk helfen, dass jener Kreis von Königen, der es wagte, so große Verantwortung auf sich zu laden, nie wieder seine ungeheiligte Macht durch das sog. 'offizielle Werk ausübt. Viel zu viel Macht wurde nicht erneuerten und unbekehrten menschlichen Werkzeugen übertragen." (Spalding and Magan Collection, Seite 175).

    "Soll das 'offizielle Werk, das der Meinung ist, eines jeden Verstand habe unter der Kontrolle von zwei oder drei Köpfen in Battle Creek zu stehen, fortfahren, das Zepter zu führen? Der mazedonische Ruf ertönt aus jeder Richtung! Sollen da die Leute zum 'offiziellen Werk' gehen und schauen, ob sie Erlaubnis erhalten, um wirken zu können? Oder sollen sie nicht vielmehr hinausgehen und so gut sie es können arbeiten, indem sie sich auf ihre eigenen Fähigkeiten stützen und auf die Hilfe des Herrn vertrauen? Sollen sie nicht auf einfache Art und Weise beginnen und an solchen Orten Interesse für die Wahrheit wecken, wo noch nichts getan wurde, um die Warnungsbotschaft zu verkündigen?" (Spalding and Magan Collection, Seite 176).

    "Der Herr hat das Werk von J. E. White gesegnet, das dieser im Süden zu verrichten versucht hat. Darum gebe Gott, dass man nicht auf jene Stimmen hört, die sich so schnell erhoben haben, um vorzuschreiben, dass alles Geld, das ins Werk Gottes gegeben wird, durch die dazu festgelegten Kanäle in Battle Creek fließen muss. Das Volk, dem Gott seine Mittel anvertraut hat, ist ihm allein Rechenschaft schuldig. Es ist ihr gutes Recht, Missionswerken direkt zu helfen und sie zu unterstützen. Weil Mittel veruntreut wurden, steht heute das Feld im Süden nicht besser da.
    Ich betrachte es nicht als Pflicht, dass jener Teil unseres Werkes im Süden, der für die Veröffentlichung und Herstellung von Büchern zuständig ist, unter der Herrschaft unserer bereits bestehenden Verlagshäuser stehen muss. Und wenn man Mittel und Wege finden kann, um die Kosten für die Herausgabe und den Versand der Bücher zu verringern, dann soll das getan werden. Ich muss dir sagen, mein Bruder, dass ich kein Verlangen habe, mitanzusehen, dass das Werk im Süden in der althergebrachten Art und Weise fortschreitet." (Spalding and Magan Collection, Seiten 176 177).

"Unabhängige" Missionsarbeiter haben das Recht, Geld anzunehmen

In ihren Erläuterungen bezüglich des Vorratshauses wie in diesem Büchlein bereits betrachtet machte Ellen White klar, dass "unabhängige" Missionsarbeiter finanzielle Hilfe erbeten und sich direkt an das Volk wenden sollen, um Mittel zur Unterstützung zu erhalten. Sie gab auch den Rat, dass diese Arbeiter ebenso das Recht haben, Geld von Gemeinde Organisationen zu erhalten und das nebst jenen Mitteln, die ihnen direkt von den Leuten zufließen.


  • "Du hast in der Vergangenheit viel getan, dass im Werke Gottes Mittel freigemacht wurden. Und es soll dir jetzt keinen Kummer bereiten, Gaben und freiwillige Spenden anzunehmen. Denn du wirst sie in dem Werk der Vorbereitung junger Männer und Frauen für die Arbeit im Weinberg des Herrn gebrauchen. Während du dieses Werk in Übereinstimmung mit Gottes Willen förderst, sollst du nicht dauernd überlegen müssen, wie du zu den finanziellen Mitteln kommst, welche du zur Weiterführung des Werkes benötigst. Der Herr verhindere, dass man um erfahrene Missionsarbeiter, die getreulich Gottes Auftrag erfüllen, Mauern aufrichtet und ihnen Fesseln anlegt:
    Viel kostbare Zeit ging schon verloren, weil menschliche Regeln und Einschränkungen manchmal über Gottes Pläne und Absichten gestellt wurden. Im Namen Gottes rufe ich unsere Mitarbeiter in der Vereinigung auf, unsere Brüder in Madison zu stärken, sie zu unterstützen und mit ihnen in Eintracht zusammenzuarbeiten, denn sie verrichten ein Werk, das Gott ihnen aufgetragen hat." (Spalding and Magan Collection, Seiten 411 412).

    "Es war kein geringes Problem für die Brüder Sutherland und Magan und deren treue Mitarbeiter, in Anbetracht der knappen Geldmittel das Werk in Madison (Tennessee) zu verrichten. Sie hatten manches Hindernis und manche Schwierigkeit zu bewältigen Schwierigkeiten, die im Werk gar nicht erst hätten aufkommen müssen." (Special Testimonies Series B, The Madison School, Seite 30).

    "Viele Hindernisse wurden den Pionieren an der Madison Schule in den Weg gelegt, mit dem Ziel, sie zu entmutigen und vom Feld zu vertreiben. Es war nicht der Herr, der diese Hindernisse dort in den Weg gelegt hatte. In einigen Angelegenheiten haben begrenztes Planen und menschliche Erfindungen dem Werke Gottes geradezu entgegengewirkt. Brüder, lasst uns daher vorsichtig sein, damit wir nicht andern entgegenwirken und sie am Fortschritt hindern und so die Ausbreitung der Evangeliumsbotschaft verzögern. Genau das ist in der Vergangenheit geschehen, und darum bin ich heute gezwungen, so deutlich zu reden. Hätte man der Schule in Madison die erforderliche Hilfe gewährt, dann wäre das Werk dort weit fortgeschrittener, als es heute ist. Die Arbeit in Madison ist nur langsam vorangekommen. Aber trotz dieser Hindernisse und Schwierigkeiten sind diese Missionsarbeiter nicht ermattet und haben sich nicht entmutigen lassen. Sie sind befähigt worden, in der Sache Gottes ein gutes Werk zu vollbringen.
    Der Herr setzt seinen Arbeitern keine Grenzen wie Menschen es auf gewissen Gebieten zu tun pflegen. Man stand den Brüdern Sutherland und Magan unnötigerweise im Wege. Mittel wurden ihnen vorenthalten, weil die Madison Schule in ihrer Organisation und Verwaltung nicht der Kontrolle der Vereinigung unterstellt wurde. Aber die Gründe, warum diese Schule nicht Eigentum der Vereinigung wurde und auch nicht unter deren Kontrolle stehen sollte, wurden nicht gebührend berücksichtigt. Das mangelnde Interesse an diesem Werk, das einige an den Tag gelegt haben, anstatt es hoch einzuschätzen, ist ganz entschieden falsch. Unsere Brüder müssen auf der Hut sein, damit sich solche Vorkommnisse nicht wiederholen.
    Der Herr verlangt nicht, dass das Erziehungswerk in Madison gänzlich umgestellt werde, bevor es die tatkräftige Unterstützung unseres Volkes erhalten kann. Der Herr hat das dort vollbrachte Werk als richtig anerkannt und er verbietet, dass dieser Zweig des Werkes aufgegeben wird. Der Herr wird fortfahren, diese Missionsarbeiter zu segnen und für sie zu sorgen, solange sie seinen Rat befolgen.
    Den Brüdern Sutherland und Magan ist wahrlich aufgetragen, das Werk des Herrn in Madison zu vollbringen, wie andere berufen sind, ihren Teil für die Sache der gegenwärtigen Wahrheit beizutragen. Nach dem mir geschenkten Licht sollten wir diesen Brüdern und ihren Mitstreitern helfen, denn sie haben über das Maß ihrer Kräfte gearbeitet und das sogar unter großer Benachteiligung. Lasst uns deshalb danach trachten, die Umstände zu begreifen und anzustreben, dass bei der Verteilung der Geldmittel Gnade und Gerechtigkeit nicht unbeachtet bleiben.
    Die Leiter im Werk der Madison Schule sind Gottes Mitarbeiter. Von ihren Brüdern muss mehr für sie getan werden. Sie müssen in ihren Arbeiten mit Geld vom Herrn unterstützt werden. Sie haben das Recht, an den Geldern Anteil zu haben, die für das Werk gegeben werden. Man sollte ihnen einen angemessenen Teil der Mittel geben, die zur Förderung des Werkes eingehen." (Special Testimonies, Series B, The Madison School, Seiten 31 32).

 

Einschränkungen

  • "In der Review Zeitschrift wurden Beschlüsse veröffentlicht, womit denen, die ausgeschickt werden können, um Gelder für den Aufbau von Missionseinrichtungen in bedürftigen und Not leidenden Gebieten zu sammeln, viele Einschränkungen auferlegt werden. All diese Einschränkungen stimmten mich sehr traurig. Ja, ich kann wirklich nur traurig sein, denn solange die umwandelnde Gnade Gottes in unseren Vereinigungen nicht Eingang findet, wird ein Weg beschritten, der Gottes Missfallen über sie bringt. Wir haben nun genug von diesem Geist des Verbietens gehabt.
    Heute morgen konnte ich nach Mitternacht nicht mehr schlafen. Ich erwachte, denn folgende Botschaft an unsere leitenden Männer lastete auf mir: Reißt jedes Joch weg, das die Kraft der dritten Engelsbotschaft hindern oder einschränken könnte. Die Aufrufe für großzügige Freigebigkeit, die von unserem Volk auf so edle Art und Weise beantwortet wurden, sollten vielmehr ein Gefühl von Vertrauen und Dankbarkeit aufkommen lassen, als dass man den Dienern Gottes ein Joch auf den Nacken legt. Lasst euch immer vom Heiligen Geist Gottes leiten, welche Forderungen ihr aufstellen sollt. Wenn die Beamten der Generalkonferenz gestatten, dass solche Einschränkungen erlassen werden, dann beweisen sie damit nur, dass sie einer klareren geistlichen Sicht bedürfen, weil die himmlische Salbung nicht auf ihnen ruht.
    Ich sah ein Werk, das nicht die göttliche Beglaubigung trägt. Jede einzelne Einschränkung sollte beseitigt werden,durch welche die Anstrengungen jener gelähmt wurden, die hinausgehen wollten, um Leute in den Städten vor den bald hereinbrechenden Gerichten zu warnen. Keiner sollte daran gehindert werden, die gegenwärtige Wahrheit in die Welt hinauszutragen. Lasst die Arbeiter sich ihre Anweisungen von Gott geben. Wenn der Heilige Geist einen Gläubigen beeindruckt, ein bestimmtes Werk für Gott zu tun, dann überlässt diese Angelegenheit ihm und dem Herrn. Ich bin angewiesen worden, euch zu sagen, jedes Joch zu zerbrechen, das ein Hindernis darstellt, damit die Botschaft nicht mit Kraft und Macht zu den Städten gelangt. Um die Wahrheit in den Städten zu verkündigen wird Geld benötigt. Aber diese Arbeit wird auf der anderen Seite auch Geld einbringen. Ein viel größeres Werk hätte vollbracht werden können, wenn Menschen nicht so eifrig darauf bedacht gewesen wären, einige zu überwachen und sie daran zu hindern, Geldmittel vom Volk zu erhalten, um das Werk des Herrn voranzutreiben." (Spalding and Magan Collection, Seite 435).

    "Ich bin traurig darüber, dass du dich rechtfertigst und Ausreden vorbringst, warum du den Missionsarbeitern in Madison nicht wohlgesinnt bist. Es ist wahr, sie haben einige Fehler begangen. Aber sie haben ihre Fehler mit gebrochenem Herzen bekannt und haben alles in ihrer Macht stehende getan, um diese wiedergutzumachen.
    Du bist mir als einer vorgeführt worden, der sich von diesen Brüdern fernhält. Wärest du im Geist Christi zu ihnen gegangen und hättest mit ihnen die Bedürfnisse im Feldsorgfältig untersucht, dann hättest du gesagt: Diese Brüderkönnen etwas von den Mitteln gebrauchen, die wir jeweils weiterleiten. Wenn du dich nach ihren Bedürfnissen erkundigt und die Aufteilung der für das Werk in diesem Gebiet gegebenen Mittel befürwortet hättest, dann hättest du ein dem Herrn wohlgefälliges Werk getan. Gott wird mit jenen, die ihren Mitstreitern Zuneigung und Hilfe entziehen, auf eine Art und Weise verfahren, die sein Missfallen erkennen lassen. Gott verlangt von seinen Dienern nicht, dass sie alle auf dieselbe Weise tätig sind. ...
    Die Kraft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes ist jedem Gläubigen zugesichert, um Einheit und Liebe zu bewahren und ihn in dem Werk zur Errettung verlorener Seelen zu unterstützen. Wenn wir mit Christus verbunden sind, dann werden wir in Eintracht für die Rettung von Seelen zusammenarbeiten." (Spalding and Magan Collection, Seite 410).

    "Der Herr Jesus wird eines Tages jene zur Rechenschaft ziehen, die eure Hände derart binden wollen, dass es für euch beinahe unmöglich ist, in Übereinstimmung mit Gottes Anordnungen voranzuschreiten. 'Silber und Gold gehören mir, spricht der Herr, und das Vieh auf tausend Hügeln"' (Spalding and Magan Collection, Seite 411).


Besondere Anweisungen für Bibelarbeiter

Es wurde viel darüber diskutiert, ob jemandem, der nicht von der Vereinigung angestellt ist, erlaubt werden soll, Zehnten anzunehmen. Diese Frage existierte bereits in Ellen Whites Tagen, wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie es jetzt der Fall ist. Aber Ellen White hatte ihren Kommentar zu diesem umstrittenen Punkt gegeben:

  • "Wir haben Ehefrauen von Predigern unter uns, die Schwestern Starr, Haskell, Wilson und Robinson, die alle hingebungsvoll, ernsthaft und von ganzem Herzen Bibelarbeiterinnen sind. Ebenso erfolgreich wie ihre Ehegatten geben sie Bibelstunden, besuchen Familien, beten mit ihnen und helfen durch persönliche Bemühungen. Diese Frauen setzen so ihre ganze Zeit dafür ein und dann wird ihnen gesagt, dass sie für ihre Arbeit nichts bekommen, weil ihre Ehemänner bereits ihren Lohn erhalten. Ich sagte ihnen, dass sie so weitermachen und versichert. sein sollen, dass alle solchen Entscheidungen rückgängig gemacht werden. Denn das Wort lehrt: 'Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.' Wenn immer ein Beschluss in dieser Richtung gefasst wird, dann werde ich im Namen des Herrn dagegen protestieren. Ich werde es dann als meine Pflicht erachten, aus meinem Zehntengeld einen Fonds zu bilden, um diese Frauen daraus zu bezahlen. Sie verrichten ein ebenso notwendiges Werk wie die Predigers tun. Dieses Zehntengeld werde ich für die gleiche Art Arbeit einsetzen wie sie Prediger verrichten, die nach Seelen suchen und Menschen fischen. Ich weiß, dass diesen treuen Frauen im gleichen Verhältnis Löhne bezahlt werden sollten wie den Predigern. Sie tragen die Last für Seelen und sollten deswegen nicht ungerecht behandelt werden. Diese Schwestern geben ihre Zeit hin, um solche zu unterrichten, die neu zum Glauben gekommen sind. Darüber haben und bezahlen sie Angestellte, die ihnen zu Hause ihre Arbeiten erledigen. All diese Dinge müssen geändert und in Ordnung gebracht werden, so dass allen Gerechtigkeit widerfährt. Korrektur Leser im Büro erhalten ihren Lohn zweieinhalb und drei Dollar pro Woche. Soviel mussten ich und auch andere jeweils bezahlen. Aber Ehefrauen von Predigern, die eine große Verantwortung tragen und ihre ganze Zeit einsetzen, erhalten nichts für ihre Arbeit. Das alles soll dir Einblick geben wie die Verhältnisse in dieser Vereinigung sind. Da sind 75 Seelen, die zu einer Gemeinde zusammengeschlossen sind und die ihren Zehnten an die Vereinigung bezahlen. Und um Geld zu sparen hat man es als notwendig erachtet, diese armen Seelen umsonst arbeiten zu lassen! Aber das bereitet mir keine Sorgen mehr, denn ich werde nicht gestatten, dass die Dinge so weiterlaufen. "(Spalding and Magan Collection, Seite 117).

 

Ganz offensichtlich lässt sich dieser Rat auch heute auf Vollzeit Bibelarbeiter anwenden. Nur sehr wenig junge Menschen haben sich für die Bibelarbeit ausgebildet. Man erzählte ihnen, dass es hiefür keine freien Stellen (sprich: Zehntengeld) gebe! Die ganze Zeit, während der ich am adventistischen Southwestern College unterrichtet hatte das war vor mehr als sieben Jahren , traf ich nur eine einzige Person, die sich zum Bibelarbeiter ausbildete! Die Folge ist, dass in dieser Krisenstunde, wenn wir uns umsehen, auf der ganzen Welt ein gewaltiger Mangel an ausgebildeten Bibelarbeitern herrscht, während wir doch Tausende von jungen Leuten haben sollten, die ausgebildet und bereit sind, durch Europa, Russland, China und andere Länder zu ziehen. Wenn wir von Gott keine weiteren Informationen für die ärztliche Mission, das Verlagswesen oder das Predigtamt hätten, dann wäre allein diese Tatsache Beweis genug, dass heute in der Adventgemeinde ein riesenhafter Abfall herrscht. Abfall, genau erklärt, meint, dass eine Person oder eine Gruppe sich einst der Wahrheit erfreute, sich jedoch davon entfernt hat. Sie folgen der Wahrheit nicht mehr, die Gott ihnen anvertraut hat. Wenn eine einzelne Person oder eine Gemeinde Abfall toleriert, haben sie in Wirklichkeit daran Anteil und befinden sich ebenfalls in einem Zustand des (Glaubens)abfalls.
Der Zweck, warum adventistische Schulen errichtet wurden, war nicht nur, um unsere jungen Leute in der Gemeinde zu behalten. Wenn Rettungsschwimmer ausgebildet werden, dann genügt es auch nicht, dass sie nur schwimmen können. Sie müssen lernen, wie der Ertrinkende aus der Gefahr zu retten ist.
Eine richtige christliche Erziehung bildet die eigentliche Grundlage für Gottes Plan, um sein Werk abzuschließen. Jeder Christ soll am Abschluss des Werkes Gottes Anteil haben. Gott sah für uns nicht vor, nur Prediger und Bibelarbeiter auszubilden, sondern auch Ärzte, Buchevangelisten, Krankenschwestern, Lehrer und viele andere Leute mit Geschick, so dass der Evangeliumsauftrag zum Abschluss gebracht werden kann.

Der besondere Bedarf an Bibelarbeitern

Es ist Gottes Wille, dass wir Tausende ausbilden und darauf vorbereiten, als Bibelarbeiter ans Werk zu gehen (Testimonies for the Church, Band 9, Seite 126). "In jeder Schule, die von Gott gegründet wurde, besteht wie nie zuvor ein Verlangen nach Unterweisung in der Bibel." (Evangelism, Seite 474). Was soll mit dieser Unterweisung in der Bibel erreicht werden? Der nächste Satz sagt es uns: "Unsere Schüler sollen zu Bibelarbeitern ausgebildet werden." "In jeder Stadt sollte es eine organisierte Truppe wohl disziplinierter Bibelarbeiter geben; nicht nur einer oder zwei, sondern eine ganze Menge sollte ans Werk gehen." (Christian Service, Seite 72).
Für dieses Werk wird entsprechend Geld benötigt.

  • "Meist scheint es, dass kaum jemand es wagt, einen Bibelarbeiter zu bitten, in die Städte zu gehen, und das nur wegen der Mittel, die benötigt würden, um dort ein entschiedenes und gründliches Werk voranzutreiben. Es ist wahr, dass beachtliche Geldsummen benötigt werden, damit wir unsere Pflicht jenen gegenüber erfüllen können, die an diesen Orten wohnen und dass wir unsere Stimmen erheben und unseren Einfluss dafür geltend machen, dass Geldmittel weise für diese besondere Art Arbeit eingesetzt werden." (Evangelism, Seite 42).


Wenn wir versagen, wird Gottes Plan durch andere erfolgreich zum Abschluss gebracht werden

Wenn keiner von uns die Verantwortung verspürt, in die Lücke zu treten und in der Bibelarbeit unterrichtet zu werden, um darauf bei der Ausbildung anderer mitzuhelfen, wird der Herr an uns vorübergehen und sein Werk mit andern abschließen. Es mag durchaus sein, dass er "Kinder' benutzt, wie bei dem triumphalen Einzug in Jerusalem, oder es kann sein, dass die Steine schreien. Aber wenn das geschieht, dann werden wir den uns von Gott zugedachten Segen verlieren und im weiteren Verlauf sogar unser Seelenheil. Wenn wir nicht das Verantwortungsbewusstsein haben, dass sämtlicher Zehnte für die Verkündigung der dreifachen Engelsbotschaft eingesetzt wird, kann sich Gott jederzeit andere Werkzeuge und anderweitige Geldmittel oder quellen zur Unterstützung und Beendigung seines Werkes verschaffen. Aber wir werden dann die Verlierer sein. Wenn wir mit unserem Zehnten und unseren Gaben den Abfall unterstützen, dann helfen wir nicht mit, das Kommen des Herrn zu beschleunigen, indem wir aller Welt die letzte Botschaft bringen. Vielmehr zögern wir sein Kommen hinaus und laufen Gefahr, am Ende als unnütze und böse Knechte erachtet zu werden (Matthäus 24,44 51).

Durch die Zeitschrift Our Firm Foundation (deutsch: Unser festes Glaubensfundament) hat der Herr Warnung über Warnung gesandt und hat so den Abfall unter uns in allen Einzelheiten dargelegt. Diese Zeitschrift wurde an adventistische Prediger in allen Teilen der Welt verschickt. Daher ist es nicht wahr, wenn behauptet wird, unabhängige Missionswerke (englisch: Independent Ministries) hätten nicht versucht, die Übel in der Gemeinde zu berichtigen und etwas zu unternehmen, eine Erweckung und Reformation herbeizuführen. Wenn die Warnungen, die Gott sendet, um die Gemeinde zu reformieren und von Glaubensabfall zu säubern, verworfen werden, dann bleiben als letztes nur noch Strafgerichte, mit denen er sein Volk heimsucht.
Die Zeit wird bald kommen, da Gott sein Werk auf eine ganz andere Art und Weise abschließen wird, als wir es erwarten. Wenn wir dem Handeln Gottes entgegenstehen, nur weil sein Vorgehen nicht unseren Erwartungen entspricht, dann werden wir als solche erfunden, die gegen Gott streiten, und werden unsere Seelen genauso sicher verlieren, wie die ungläubigen Juden. Achte auf folgende Weissagung:

  • "Lasst mich euch versichern, dass der Herr in diesem letzten Werk auf eine Art wirken wird, die für uns völlig ungewohnt sein wird und auf eine Weise, die jeglichem menschlichen Planen entgegengesetzt ist. Es wird solche unter uns geben, die danach trachten, das Werk Gottes ständig unter ihrer Kontrolle zu halten. Sie wollen selbst jeden Schritt vorschreiben, der unternommen werden soll, wo doch das Werk unter der Leitung jenes Engels voranschreitet, der sich dem dritten Engel anschließt, um der Welt die Botschaft zu bringen. Gott wird Mittel und Wege gebrauchen, die erkennen lassen, dass er die Zügel in seine eigenen Hände nimmt. Die Arbeiter werden erstaunt sein, welch einfache Mittel er einsetzen wird, um sein Werk der Gerechtigkeit zuwegezubringen und es zu vollenden" (Testimonies to Ministers, Seite 300).

    "Bald wird es eine Erweckung geben, die viele völlig überraschen wird. Jene, die die Notwendigkeit von dem, was getan werden muss, nicht erkennen, werden übergangen werden. Die himmlischen Boten werden mit denen zusammenarbeiten, die man als das gewöhnliche Volk bezeichnet und werden sie befähigen, die Wahrheit an viele Orte zu tragen. Jetzt ist die Zeit aufzuwachen und alles zu tun, was wir können." (Loma Linda Messages, Seite 83).

    "Die Zeit verstreicht und Gott ruft jeden Wächter auf, an seinem Posten zu stehen. Er hat es für richtig erachtet, uns durch eine Krise zu führen, die größer ist als jede andere, die es seit dem ersten Kommen unseres Erlösers gegeben hat. Was sollen wir nun tun? Gottes Heiliger Geist hat uns gesagt, was wir zu tun haben. Doch so wie die Juden in den Tagen Christi das Licht verwarfen und Finsternis wählten, so wird die religiöse Wett die Botschaft für diese Tage ebenfalls verwerfen. Menschen, die vorgeben, gottselig zu leben, haben Christus in der Person seiner Botschafter verachtet. Wie die Juden verwerfen sie Gottes Botschaft" (Review and Herald, 17. August 1897).

    "Wenn einige unserer Brüder den Gedanken hegen, Pläne entworfen zu haben, um sich so das Monopol in irgendeinem Zweig des Werkes Gottes sichern zu können, dann sollen sie wissen, dass sie von jeder solchen Verantwortung entbunden sind. Jeder bildet für sich einen Teil des großen Ganzen und wir erfüllen unsere Pflicht in den Ereignissen, die lange Zeit vorhergesehen waren. Im Ratschluss Gottes wurde jedem menschlichen Wesen sein Platz zugewiesen. Jeder soll all seine Fähigkeiten, seinen Einfluss und die Kraft seines ganzen Wesens dafür einsetzen, in ernsthaftem Bemühen der ihm auferlegten Verantwortung gerecht zu werden." (Review and Herald, 23. Juli 1895).

    "Wenn wir unsern Teil für den Abschluss dieses Werkes beitragen sollen, dann müssen wir uns der Tatsache bewusst werden, dass dem Volke Gottes gute Dinge zukommen sollen und zwar auf eine Weise, wie wir dies noch nicht wahrgenommen haben. Wir müssen uns auch bewusst sein, dass wir gerade von denen Widerstand erfahren werden, von denen wir dachten, sie würden uns in einem solchen Werk unterstützen. Ein Mensch, der aufrichtig das Falsche tut, wird nicht im Falschen gerechtfertigt." (1888 Materials, Seite 1024).

Zehnten und Erziehungsreform

Gottes Absicht für den schnellen Abschluss seines Werkes in der Welt schließt eine Reform in der Erziehung mit ein. Und diese Reform, wenn angenommen, wird das Denken des Volkes ändern in Bezug auf wer und was die Gemeinde ist, wer und was ein Prediger ist, wer berechtigt ist, Zehntengeld anzunehmen und welche Ausbildung diese Person erhalten soll.

  • "Wie bald könnte mit einem Heer von Mitarbeitern, wie es unsere Jugend bei richtiger Erziehung zu stellen vermag, die Botschaft von einem gekreuzigten, auferstandenen und bald wiederkommenden Heiland der ganzen Welt gebracht werden! Wie schnell könnte das Ende kommen der Abschluss aller Leiden, Kümmernisse und Sünde! Wie bald dürften unsere linder statt eines irdischen Besitztums, dem Schuld und Weh anhatten, ihr Erbe in Empfang nehmen. 'Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich darin', wo 'kein Einwohner sagen wird: Ich bin schwach', und man wird nie mehr 'die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens' hören" (Education, Seite 271).

    Darum "müssen wir jetzt, wie nie zuvor, die wahre Wissenschaft bezüglich Erziehung begreifen. Wenn wir darin fehlgehen und nicht das richtige Verständnis erlangen, dann werden wir nie einen Platz im Reiche Gottes haben" (Spalding and Magan Collection, Seite 56).

 

Wenn wir bei der Reform im Erziehungswesen scheitern, dann werden wir auch in Bezug auf solche Gegenstände wie, was ist die Gemeinde, wer ist ein Prediger und wer soll Zehntengeld erhalten, verwirrte Ansichten haben.
Das von Gott entworfene und umgestaltete Erziehungs System schloss auch Reformen in praktischer Arbeit als Teil der Ausbildung mit ein, aber auch Reform hinsichtlich Kleidung, Ernährung, Freizeit und Erholung. Gott beabsichtigte, dass Landwirte, Finanz und Bauleute wie auch Ärzte, Krankenschwestern, Buchevangelisten und Bibelarbeiter für den Missionsdienst ausgebildet werden. (Siehe Medical Ministry, Seiten 194 und 331).
Um solche Arbeiter auszubilden haben Siebenten Tags Adventisten den Rat erhalten:

  • "Lasst uns den Entschluss fassen, nicht mit einem Faden an Erziehungsgrundsätze jener gebunden zu sein, die die Stimme Gottes nicht erkennen und auch nicht auf seine Gebote achten." (Medical Ministry, Seiten 61 62).

 

Die Bibel der wahre Mittelpunkt

Die von den Schulen der Siebenten Tags Adventisten angebotene Ausbildung und Erziehung sollte die Bibel als Grundlage haben. Die Bibel soll im Mittelpunkt aller Erziehung stehen. Sie sollte den ersten, letzten und höchsten Platz einnehmen.

  • "In unseren Schulen sollte die Bibel nicht in dem Sinne eingeführt werden, dass sie zwischen weltlichen Fächern, die zur Ungläubigkeit verleiten, eingeklemmt wird" (Counsels to Parents, Teachers and Students, Seite 16).

 

In unserer Erziehung sollte das Studium der klassischen Werke des Altertums oder der Neuzeit nicht enthalten sein, denn in diesen Werken finden sich Gedanken der Weltlichkeit und des Heidentums, die zur Abtrünnigkeit verleiten. Auch wirklichkeitsfremde Lektüre (englisch: Fiction) sowie das Studium weltlicher Philosophie sollte in unseren Schulen keinen Platz finden (Counsels to Parents, Teachers and Students, Seiten 25 28; Ministry of Healing, Seiten 439 450).

Ausbildung zum Missionar

Bei der Missions Ausbildung sollten junge Leute so rasch als möglich zu tüchtigen christlichen Bibelarbeitern herangebildet werden, die sich selber versorgen oder von einem Missionswerk o.ä. unterhalten werden. Junge adventistische Leute sollten über die großen Reformen belehrt werden, die Gott seinem Volk in punkto Kleidung, Ernährung, Erziehung, Erholung, gesunder Lebensweise und Heilverfahren gegeben hatte. Auch Reformen in Bezug auf Gemeindeorganisation und Administration waren miteingeschlossen.

Praktische Ausbildung auf dem Lande

Adventistische Schulen sollten in ländlicher Gegend errichtet werden und alle Schüler sollten ein Handwerk erlernen:

  • "Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind sollte zu praktischer, nützlicher Arbeit herangebildet werden. Alle sollten irgendein Handwerk erlernen. Es mag Zeltmacherei oder ein anderer Beruf sein. Aber alle sollten so unterrichtet werden, dass sie ihre körperlichen Kräfte für einen bestimmten Zweck einsetzen. Gott ist bereit und will gerne bewirken, dass Eignung und Brauchbarkeit bei all denen zunehmen, die sich selber üben und Fleiß zu ihrer Gewohnheit machen. "(Seventh dayAdventist Bible Commentary, Band 7, Seite 912; siehe auch Education, Seite 218).

 

Praktische Arbeit erzieht junge Menschen sowohl zum Handeln als auch zum Denken und ohne diese Ausbildung verlieren die jungen Leute ihre Brauchbarkeit und werden unfähig, die letzte Warnung für die Welt, den lauten Ruf, zu geben.

Spiele und Vergnügungen

Die adventistische Erziehung sollte kein Training in Athletik, sonstigen Sportarten und Spielen enthalten, weil diese uns für die Verkündigung der letzten Gnadenbotschaft an die Welt untauglich machen.

  • "Szenen wurden mir vorgeführt, in denen Schüler an Tennis und Kricket Spielen teilnahmen. Dann wurde ich über den wahren Charakter dieser Vergnügen belehrt. Sie wurden mir als eine andere Art von Götzenanbetung, wie bei den Heiden, dargestellt.
    Es waren nicht nur die für das Auge sichtbaren Zuschauer beim Spiel anwesend. Satan und seine Engel waren auch dort und übten ihre Einflüsse auf den menschlichen Geist aus. Engel Gottes, die denen dienen, welche die Seligkeit ererben sollen, waren auch zugegen, doch nicht um dieses Geschehen gutzuheißen, sondern um es zu missbilligen und zu verurteilen. Sie schämten sich, als sie sahen, wie die bekenntlichen Kinder Gottes ein solches Schauspiel boten. Die Streitmächte des Feindes erlangten einen eindeutigen Sieg und dadurch wurde Gott entehrt. Er, der sein Leben dahingab, um menschliche Wesen zu veredeln, zu erhöhen und zu heiligen, wurde durch ein solches Benehmen betrübt" (Counsels to Parents, Teachers and Students, Seite 350).

 

Einfache Gebäude

Die Gebäude der adventistischen Schulen sollten einfach sein und in keiner Art und Weise nach dem Muster weltlicher Universitäten gestaltet werden. Gerade in diesem Punkt haben wir als Adventisten bei der Ausbildung einen der größten Fehler begangen.

  • "Unsere Vorstellungen bezüglich Bau und Ausstattung unserer Institutionen sollen von wahrhaftiger und praktischer Erfahrung geprägt sein, die zeigt, dass wir die Bedeutung eines demütigen Wandels mit Gott kennen. Aber es sollte nie die Notwendigkeit gelehrt werden, den Schein von Wohlstand nach außen hin zu erwecken. Nie sollte man sich auf die äußere Erscheinung als Mittel zum Erfolg verlassen. Das ist eine Täuschung. Der Wunsch, nach außen etwas darzustellen, was sich jedoch in keiner Weise mit dem uns anvertrauten Werk vereinbaren lässt, ein äußerer Schein, der ohnehin nur durch Ausgabe hoher Geldsummen aufrechterhalten werden kann, ist ein gnadenloser Tyrann. Er ist wie ein Krebsgeschwür, das immer weiterfrisst, bis es den eigentlichen Lebenskern erreicht hat" (Testimonies for the Church, Band 7, Seite 93).

 

Wenn ein Student, der seinen Abschluss an einer Schule mit einfachen, wirtschaftlichen Gebäuden gemacht hat, als Missionar in ein fremdes Gebiet kommt, dann weiß er, dass er auch ohne große Geldausgaben eine Schule gründen kann. Und Gottes Plan, viele kleine Schulen rund um die Welt zu errichten, kann erfüllt werden. Aber wenn ein Schulabgänger der Auffassung ist, nur großangelegte und kostspielige Gebäude und eine große Fakultät mit höheren weltlichen Auszeichnungen könnten eine Bildung vermitteln, dann können nur wenige Schulen gegründet und betrieben werden. Doch wenn Schulen auf solche Art geführt werden, ist oft eine falsche Bildung die Folge. Denn bei jeder Institution übt das Schulgebäude mit seiner Architektur einen beständigen Einfluss auf die Erziehung aus.

Erziehung zu selbständigem Denken

Durch die adventistische Erziehung sollten junge Menschen zu selbständigen Denkern herangebildet werden, die in der Lage sind, selber zu entscheiden und, die in ihrem Verhalten nicht nur die Gedanken anderer Menschen widerspiegeln und zudem von anderen geführt werden müssen. Ein Christ, der dazu erzogen wurde, sich selber unter Kontrolle zu haben, wird ein Leben führen, das mit den Grundsätzen der Bibel übereinstimmt. Er wird nicht wie ein Sklave an Gebräuche, Traditionen, Organisationen und Leiter gebunden sein, wenn der Heilige Geist ihn ruft zu gehorchen und die Wahrheit darzulegen. Will man verstehen, warum die protestantischen Kirchen in den Jahren um 1840 den Mitternachtsruf verwarfen, dann ist ein gründliches Verständnis der aufgezeigten Grundsätze entscheidend. Ihre schicksalsschwere Erfahrung stellt eine Parallele dar für alle, die heute auf den lauten Ruf warten.

  • 'Das. Werk beruhte nicht auf der Weisheit und Gelehrsamkeit der Menschen, sondern auf Gottes Macht. Nicht die Begabtesten, sondern die Demütigsten und Ergebensten waren die ersten, die den Ruf hörten und ihm gehorchten. Bauern ließen ihre Ernte auf dem Felde stehen, Handwerker legten ihre Werkzeuge nieder und gingen mit Tränen und Freuden hinaus, um die Warnungsbotschaft zu verkündigen. Die früheren Leiter gehörten zu den letzten, die sich an dieser Bewegung beteiligten. Die Kirchen verschlossen im allgemeinen ihre Türen vor dieser Botschaft und viele Menschen, die sie annahmen, trennten sich von ihrer Kirche" (Der große Kampf, Seite 404).

 

Die Verwerfung des Lauten Rufs

Um 1840 wurde der Mitternachtsruf von den Kirchen verworfen, weil sie die Opfer einer irreführenden Erziehung oder Bildung waren, einer Erziehung, die Menschen dazu bringt, am Althergebrachten festzuhalten, konservativ zu sein und Angst zu haben, "ausgetretene Pfade" zu verlassen. Auf gleiche Weise werden all jene den lauten Ruf verwerfen, die Opfer einer falschen Erziehung sind, in der nicht klar Selbstdisziplin gelehrt wird. (Siehe: Die Grundsätze wahrer Erziehung von Dr. E.A. Sutherland).
Heute besteht die große Gefahr für uns, die Erfahrung zu wiederholen, die andere protestantische Kirchen während der Zeit der großen Erweckung im Hinblick auf das zweite Kommen Christ machten. Weil sie die Reformen in der Erziehung ablehnten, war das Resultat, dass ihre Leiter und auch die Laien auf den Mitternachtsruf nicht vorbereitet waren. Weil man damals unterließ, die protestantische Erziehungsreform anzunehmen und zu verwirklichen, herrschte allgemein die Auffassung, dass nur solche, die im Gemeinde System ausgebildet sind, Prediger sein können und das Recht haben, Zehntengeld zu erhalten. Sie haben eine Kirchen Ordnung aufgestellt, die schließlich alle treuen Kinder Gottes (seine wahre Gemeinde) zwang, ihre "Kirchen" zu verlassen. Wenn ein wahres Kind Gottes, das einer seiner Prediger bzw. Diener ist und treu zur Wahrheit steht, ausgeschlossen wird, dann wird ihm dadurch keineswegs das Recht entzogen, von den treuen Kindern Gottes Unterstützung zu erhalten, denn er ist immer noch Glied der wahren Gemeinde. (In dieser Welt ist die wahre Gemeinde nicht das gleiche wie die bekenntliches Gemeinde. Die wahre Gemeinde setzt sich aus all jenen zusammen, die Gott lieben und seine Gebote halten. Siehe: The Upward Look, Seite 315).
Als unsere leitenden Männer am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Reform in der Erziehung verwarfen und einen Weg einschlugen, der dahin führte, wo wir heute stehen, sagte Ellen White: "Es ist nicht der Wille des Herrn, dass das Werk im Süden in den so genannten bestehenden, offiziellen Kanälen eingeengt wird. Es hat sich gezeigt, dass es unmöglich ist, Erfolg zu haben, wenn das Werk auf die regulären Kanäle beschränkt wird. Arbeiter, die täglich mit Eifer und Weisheit von oben erfüllt werden, müssen so wirken, wie sie vom Herrn geführt werden. Sie sollen nicht darauf warten, bis sie ihre Aufträge von Menschen erhalten "(Selection from the Testimonies for the Church, Seite 62). Was sich damals als unmöglich erwiesen hatte, hat sich in den Jahrhunderten seither immer und immer wieder als ebenso unmöglich erwiesen.

Der Zusammenhang zwischen christlicher Erziehung und dem Zehnten

Das vollkommene Szenario, das den engen Zusammenhang zwischen christlicher Erziehung und Zehnten Frage aufzeigt, wird von Dr. Sutherland mit folgenden Worten zusammengefasst: "Die, Urchristen trugen das Evangelium schnell und wirkungsvoll in die Welt. An ihren Schulen wurden lediglich solche Dinge unterrichtet, die die Schüler vorbereiteten, das Werk des Herrn zu tun. Von der Welt wurden ihre Erzieher als 'merkwürdige, außergewöhnliche, geradlinige Extremisten' angesehen. Von seiten der christlichen Erzieher wurde alles getan, um die Studenten schnell auf die Rolle eines guten Streiters im Kampf vorzubereiten. Sie wurden nicht in der Schule zurückgehalten, nur um einen Kurs zu beenden oder einen Titel zu erwerben übrigens eine Sitte, die an weltlichen Hochschulen groß in Mode gekommen ist. Späterhaben dann nur halb bekehrte heidnisch christliche Lehrer die Idee mit den Kursen und Graden eingeschleppt, aus der sich ein Erziehungsmonopol entwickelte, das von den Oberhäuptern der Kirchen kontrolliert wurde. Niemandem wurde erlaubt zu lehren oder zu predigen, solange er keinen Abschluss und keinen Titel vorweisen konnte. [Beachte, dass dies zur Folge hat, dass sämtliche Zehnten Gelder nur an solche bezahlt werden, die eine bestimmte, vordefinierte Ausbildung durchlaufen haben.]
Einer der schwerwiegendsten Gründe gegen diesen Plan ist der, dass erden Geist des Studenten für die Wahrheit verschließt Nahezu jede religiöse Reform kam durch einfache Laien zustande, denn die Kirchenführer sind in der Regel durch den Empfang ihrer Bildung konservativ geworden. Der Hang zum Rückschrittlichen ist das Resultat eines starren, mechanischen Studiums zur Erlangung eines Titels. Der Student wird durch die Macht der Gewohnheit wie in einer Tretmühle gehalten; er wird als ein ständig Suchender, doch niemals Findender beschrieben. Wird diesen Schulabsolventen dann die Wahrheit vorgehalten, so sind sie nicht gerade begeistert, und erst recht nicht, wenn sie von einem Laien vorgebracht wird. Nach ihrer Auffassung müssten sie ja schließlich die Kanäle sein, durch die das Licht zum Volke kommt [und die als einzige Zehntengeld erhalten].
Die Wahrheit dieser Aussage ist durch historische Dokumente belegt. Motley, der die Erfahrung der Reformer in Holland wiedergibt, schreibt diesbezüglich von den Einschränkungen der Laienglieder durch das päpstliche Bildungssystem: 'Wir verbieten allen Laiengliedern, sich über die Heilige Schrift zu unterhalten und sie zu erörtern ob öffentlich oder geheim insbesondere in Bezug auf zweifelhafte oder schwierige Punkte. Sie darf weder gelesen noch gelehrt oder ausgelegt werden, ohne dass man ordnungsgemäß Theologie studiert hat und von einer namhaften Universität anerkannt ist.' Er fügt hinzu, dass 'es zum unbeschreiblichen Ekel der Konservativen in Kirche und Staat Männer gab, die nur eine geringe Bildung besaßen, die des Hebräischen nicht kundig und von niedriger Herkunft waren: Hutmacher, Sattler, Gerber, Färber und dergleichen; die anfingen zu predigen und vielleicht im Übermaß daran erinnerten, dass die ersten Jünger vom Gründer des Christentums ausgewählt weder alle Doktoren der Theologie waren noch Diplome berühmter Universitäten besaßen."'...
Die meisten der Männer mit guter Schulbildung lehnten im Jahre 1844 die erste Engelsbotschaft ab, weil sie nicht auf dem regulären Weg zu ihnen gekommen war. 'Die Tatsachen, dass die Botschaft größtenteils von Laien verkündigt wurde, führte man als Beweis gegen sie an ... Viele weigerten sich in blindem Vertrauen auf ihre Seelsorger, der Warnung Gehör zu schenken.'
Der große Kampf, Seite 383" (Die Grundsätze wahrer Erziehung, Seiten 139 141).
Genauso wie jene den Mitternachtsruf verwarfen, wird eine weltliche Erziehung eine Person darauf vorbereiten, den lauten Ruf zu verwerfen. Eines Tages und dies wird sehr bald sein wird Gott sein Werk auf eine völlig unerwartete Weise abschließen. Wirst Du es dann verwerfen, wenn es nicht genau in der Art und Weise geschieht, wie Du es erwartest? Wirst Du es verwerfen, wenn die letzte Verkündigung der Wahrheit durch jemanden geschieht, der dazu nicht kirchlich autorisiert ist, der keine "Erlaubnis" dazu erhalten hat? Würdest Du es ablehnen, diese Verkündigung der Wahrheit mit Deiner Zeit, Deinen Talenten und Deinem Geld zu unterstützen, wenn sie von ganz unerwarteter Seite käme? Bist Du nicht in der Lage, das wahrzunehmen, was unsichtbar ist? Siehst Du nur äußerliche Organisationen, die ein Bekenntnis ablegen? Kannst Du nicht zwischen einem bloßen Bekenntnis und der Wirklichkeit unterscheiden? Wird die Entscheidung, auf welche Seite Du Dich in dem großen Kampf stellen wirst, von dem bestimmt, was Du mit Deinen "Augen" sehen kannst? Oder bist Du nicht in der Lage, ein gerechtes Gericht zu richten, das sich nicht nur auf äußeren Schein gründet? (Johannes 7,24).
Im letzten großen Werk Gottes für diese Welt, "wird der Herr durch demütige Werkzeuge wirken, indem er die Gemüter derer leitet, die sich ihm zum Dienst weihen. Die Mitarbeiter werden viel mehr durch die Salbung seines Geistes als durch die Ausbildung wissenschaftlicher Anstalten befähigt werden." (Der große Kampf, Seite 607).
Und nun beachte im nachfolgenden Abschnitt, welch scharfsinnige Beobachtung Dr. Sutherland in Bezug darauf machte, wie Satan versuchen wird, die Siebenten-Tags Adventisten so zu beeinflussen, dass sie den lauten Ruf verwerfen. Beachte wie Erziehungsmethoden und Systeme sowie Zehnten immer miteinander in Verbindung stehen. Wenn Deine Bildung es Dir unmöglich gemacht hat, geistliche Dinge wahrzunehmen und zu verstehen, dann wirst Du instinktiv die Schlussfolgerung ziehen, dass sich die Gemeinde (die zweifellos etwas Geistliches ist) aus dem zusammensetzt, was man sehen kann. Du wirst geneigt sein, den Schluss zu ziehen, dass es sich ganz einfach um eine irdische Organisation mit Bestimmungen, Statuten, Urkunden, amtlicher Eintragung, Gebäuden und von Menschen erstellten Protokollen handelt. Eine solche Auffassung wird zum ersten Dein Urteil bestimmen, wer als Prediger anerkannt wird und zum zweiten, wer berechtigt ist, durch Zehnten und Gaben unterstützt zu werden.
"Satan wird mit all seiner betrügerischen Macht daran arbeiten, zur Zeit des Lauten Rufes an der Spitze der Gemeinschaft der Siebenten Tags Adventisten eine Gruppe von Männern zu haben, die die Arbeit demütiger, vom Geist Gottes geführter Werkzeuge ohne höhere Schulbildung mit der gleichen Abneigung betrachten werden, mit der die Führer der protestantischen Gemeinschaften in den Jahren vor 1844 solche Verstöße' registrierten. Gott möchte, dass Tausende von Menschen an unseren Schulen ausgebildet werden; er möchte jedoch nicht, dass sie eine solche Erziehung genießen, wodurch ihre Haltung zur Wahrheit dieselbe wird wie die der Schulabsolventen von anderen Gemeinschaften vor 1844" 

(Die Grundsätze wahrer Erziehung, Seite 141).
Bei Zehnten und Gaben geht es um mehr als nur um die Frage, an welche Organisation Du diese Gelder bezahlst. Es geht um mehr als nur ums Geld bzw. wer Gottes Geld auf dieser Welt verwaltet. Der Abschluss des Werkes Gottes ist eng damit verbunden. Solange Du mit Deinem Geld den Glaubensabfall unterstützt, wird es für Dich keine Erweckung oder Reformation geben, denn es heißt: "Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz." (Matthäus 6,21).

 

Hervorhebungen bei den Zitaten stammen vom Autor.

 

 

 

Anhang

Weitere Zitate über die Verwendung des Zehnten (zusammengestellt durch die Herausgeber)

... für das Predigtamt, d.h. für die Verkündigung des Evangeliums

  • Gott verlangt von uns heute nicht weniger als er einst von seinem Volk verlangte. Im Vergleich zum alten Israel hat er uns nicht weniger, sondern mehr Gaben verliehen. Sein Dienst benötigt Mittel und dies wird auch in Zukunft so sein. Das große Missionswerk zur Rettung von Seelen muss vorangetrieben werden. In Form des Zehnten, verbunden mit Gaben und Opfer, hat der Herr ausreichend Vorkehrung für sein Werk getroffen. Es ist seine Absicht, dass das Werk des Evangeliums voll und ganz unterhalten werde. Er beansprucht den Zehnten als sein Eigentum. Dieses Geld sollte stets als heilige Reserve angesehen und in seine Schatzkammer gelegt werden, zur Begünstigung und Förderung seines Werks, so dass seine Boten in die "abgelegenen Gebiete", ja bis an die äußersten Enden der Erde gesandt werden können. Review and Herald, B. Dezember 1896

    Der Herr hat die Verkündigung des Evangeliums von der geweihten Fähigkeit und den freiwilligen Gaben und Opfern seines Volkes abhängig gemacht. Während er Menschen dazu berufen hat, das Wort zu predigen, hat er der ganzen Gemeinde das Vorrecht verliehen, sich am Werk zu beteiligen, indem sie es durch ihre Mittel unterstützen. Ferner hat er sie aufgefordert, als seine Vertreter auch für die Armen zu sorgen. Den Zehnten unseres ganzen Einkommens beansprucht der Herr als sein eigen. Er soll nur zur Unterstützung jener verwendet werden, die sich der Verkündigung des Evangeliums verschreiben. Überdies verlangt Gott von uns Gaben und Opfer für sein Werk, und dass wir den Bedürfnissen der Armen nachkommen. Gott hätte wohl sein Werk in dieser Welt fördern und für die Armen sorgen können, ohne auf die Zusammenarbeit des Menschen angewiesen zu sein. Er bittet uns, ihm zu dienen und ihm unsere Gaben zu geben, nicht damit wir dadurch nur unsere Liebe zu ihm und unsern Mitmenschen unter Beweis stellen können, sondern weil der Dienst und die Opferbereitschaft zum Wohl anderer den Geist der Wohltätigkeit im Herzen des Gebers stärkt und uns in engere Gemeinschaft mit ihm bringt, der reich war und um unsertwillen arm wurde, damit wir durch seine Armut reich sein mögen. Nur wenn wir das Beispiel unseres Erlösers auf diese Weise nachahmen, wird der Charakter in uns nach seinem Ebenbild entwickelt werden. Review and Herald, 9. Mai 1893

    Institutionen, die Gottes Werkzeuge sind, um sein Werk auf Erden fortzuführen, Sympathien seines Herzens wecken und die höchsten Fähigkeiten des Geistes zum müssen unterhalten werden. Gemeinden sind zu errichten, Schulen zu gründen und Handeln bringen. Verlagshäuser müssen mit Einrichtungen ausgerüstet werden, damit durch die Veröffentlichung der Wahrheit, die bis zu den Enden der Erde vordringen muss, ein großes Werk getan werden kann. Diese Institutionen sind von Gott eingesetzt und sollten durch Zehnten und großzügige Gaben unterstützt werden. In dem Maße wie sich das Werk ausweitet, werden Mittel benötigt, um es in sämtlichen Bereichen zu fördern. Jene, die zur Wahrheit bekehrt und zu Teilhabern seiner Gnade gemacht wurden, können zu Mitarbeitern Christi werden, indem sie ihm freiwillige Opfer bringen. Und wenn die Glieder der Gemeinde in ihrem Herzen den Wunsch haben, dass keine Aufrufe für Mittel mehr ergehen sollten, dann bringen sie mit dieser Haltung zum Ausdruck, dass sie eigentlich damit zufrieden sind, dass das Werk Gottes keinen Fortschritt mehr machen soll. Testimonies for the Church, Band 4, Seite 464

    Eine äußerstklare und bestimmte Botschaft wurde mir für unser Volk gegeben. Ich wurde gebeten, ihnen zu sagen, dass sie einen Fehler machen, wenn sie den Zehnten für verschiedene Vorhaben verwenden würden, die an und für sich gut sind, jedoch nicht jenes Ziel darstellen, für das gemäß den Worten des Herrn der Zehnte verwendet werden soll. Jene, die den Zehnten auf diese Weise einsetzen, weichen von Gottes Plan ab. Gott wird sie um dieser Dinge willen richten. Einer ist der Ansicht, dass der Zehnte für Schulzwecke eingesetzt werden kann; ein anderer wiederum meint, Buchevangelisten sollten aus dem Zehnten bezahlt werden. Aber es wird ein großer Fehler begangen, wenn der Zehnte seinem eigentlichen Verwendungszweck vorenthalten wird dem Unterhalt der Prediger. Es sollten heute hundert gut qualifizierte Arbeiter im Feld sein, wo nur einer am Wirken ist. Gott kann nicht mit Anerkennung auf den gegenwärtigen Stand der Dinge blicken, sondern mit Tadel. Seine Schatzkammer wird der Mittel beraubt, die für das Evangeliumswerk in nahen und entfernten Feldern verwendet werden sollten. Jene, welche die Botschaft der Wahrheit vor großen Versammlungen verkünden und von Haus zu Haus gehen, verrichten ein zweifaches Missionswerk. Ihr Gehalt sollte in keiner Weise herabgesetzt werden. Unser Volk sollte die Verwendung des Zehnten als eine heilige Angelegenheit betrachten. Wir müssen uns genau vor allem in acht nehmen, was mit der jetzt gegebenen Botschaft im Widerspruch steht. Echoes from the Field, 21. Juni 1905

    Indem er seine Jünger beauftragte "in alle Welt zu gehen und das Evangelium aller Kreatur" zu verkündigen, hat Christus den Menschen den Auftrag gegeben, das Evangelium zu verbreiten. Aber während einige hinausgehen, um zu predigen, ruft er andere auf, seinen Aufforderungen nach Zehnten und Gaben nachzukommen. Damit soll das Predigtamt unterstützt und die gedruckte Wahrheit über das ganze Land verteilt werden. Dies ist Gottes Mittel, um den Menschen zu erheben. Es ist genau jenes Werk, das der Mensch braucht, denn es wird die tiefsten Testimonies for the Church, Band 4, Seite 472

... nicht für den Unterhalt des Hauses Gottes

  • "Gebiete den Kindern Israel, dass sie zu dir bringen das allerreinste Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter, dass man ständig Lampen aufsetzen könne." Dies sollte ein fortwährendes Opfer sein, damit das Haus Gottes mit allem, was für den Gottesdienst nötig war, ordnungsgemäß versorgt werden konnte. Das Volk heutzutage sollte sich in Erinnerung rufen, dass das Haus des Herrn Gottes Eigentum ist und dass man für dessen Unterhalt peinlichst genau besorgt sein sollte. Aber die Mittel hierfür sollten nicht vom Zehnten genommen werden. Der Zehnte soll für einen Zweck verwendet werden die Prediger zu unterstützen, welche der Herr beauftragt hat, sein Werk zu tun. Der Zehnte ist für den Unterhalt jener zu verwenden, welche die Worte des Lebens zu den Leuten sprechen und die Last der Herde Gottes tragen. Echoes from the Field, 21. Juni 1905

    Aber es gibt Prediger, die ihres Lohnes beraubt wurden. Man hat Gottes Vorkehrung für sie nicht beachtet. Jene, die für die Gemeindegebäude verantwortlich sind, sollen die notwendigen Mittel erhalten, um diese Gebäude in gutem Zustand zu erhalten. Aber das Geld hierfür soll nicht vom Zehnten genommen werden. Echoes from the Field, 21. Juni 1905

... nicht für nebensächliche Gemeindeausgaben

  • Jeder, dem die Ehre zuteil wurde, ein Haushalter Gottes zu sein, sollte den Zehntenfonds sorgfältig verwalten. Der Herr heißt es nicht gut, wenn daraus Geld für andere Zwecke entlehnt wird. Man sollte nicht Geld davon nehmen, um nebensächliche Gemeindeausgaben zu bestreiten. Zu diesem Zweck schaffe man einen Fonds aus regelmäßigen Spenden. Wenn die Gemeindeglieder bei der Kleidung und bei all ihren Ausgaben Sparsamkeit und Selbstverleugnung praktizieren, wird kein Geldmangel herrschen. Der Zehnte wird zunehmen, und es werden genügend Spenden eingehen, um alle Gemeindeausgaben bestreiten zu können. An Appeal for Missions, Seite 24

    Es wurde mir gezeigt dass es falsch ist, den Zehnten für die Deckung nebensächlicher Gemeindeausgaben zu verwenden. In dieser Angelegenheit wurde von den richtigen Methoden abgewichen. Es wäre viel besser, sich weniger kostspielig zu kleiden, euer Wohlleben einzuschränken, sich selber zu verleugnen und diese Ausgaben zu bestreiten. Wenn ihr so handelt, dann habt ihr ein reines Gewissen. Aber ihr beraubt Gott jedes Mal, wenn ihr die Gelder in der Schatzkammer antastet, um die laufenden Gemeindeausgaben zu bestreiten. Special Testimony to Battle Creek Church, Seiten 6-7

     

... nicht für die Armen

  • Das Licht, das ich von Gott erhalten habe, ist klar und deutlich. Jede Gemeinde hat ihre eigenen Lasten, die sie zu tragen hat. Durch gewisse Umstände kommt es dazu, dass einige arm werden. Es kann sein, dass sie nicht sparsam waren und nicht wussten, wie man wirtschaftet. Bei anderen ist Krankheit, Missgeschick oder Unglück die Ursache ihrer Armut. Ganz gleich welches auch immer der Grund sein mag, die Tatsache ist, dass sie bedürftig sind. Ihnen zu helfen ist ein wichtiger Bestandteil der Missionsarbeit im eigenen Land. Diese unglücklichen Menschen, die in Not sind, sollten nicht von zu Hause fortgeschickt werden, damit man anderswo für sie sorgt. Lasst jede Gemeinde ihre Verantwortung erkennen, sich mit besonderem Interesse dieser bedürftigen Seelen sowie der Betagten anzunehmen. Es ist gewiss möglich, dass man sich um eine oder zwei Personen kümmern kann. Doch der Zehnte sollte nicht für dieses Werk eingesetzt werden. Das Wort Gottes hat uns vorgeschrieben, wie der Zehnte zu verwenden ist. Beide, Arm und Reich, sind Haushalter, um ihrem Vermögen entsprechend, einen vollen Zehnten in die Schatzkammer zu bringen. Der Herr hat jedem nach seiner Fähigkeit sein Werk zugewiesen. Die Gemeinden sollten die Aufgabe der persönlichen Fürsorge nicht auf andere legen. Das ist nicht richtig. Manuscript Releases, Band 3, Seite 218

    Der Zehnte ist für einen besonderen Zweck bestimmt. Er sollte nicht als ein Fonds für die Armen angesehen werden. Er ist hauptsächlich für den Unterhalt jener zu verwenden, welche die Botschaft Gottes der Welt verkündigen; der Zehnte sollte nicht von diesem Zweck entfremdet werden. Review and Herald, 1. Dezember 1896


... in Ausnahmefällen (bei großer Armut) für den Versammlungsort

  • Es gibt Ausnahmefälle, wo die Armut derart groß ist, dass es notwendig ist, für die Erlangung des bescheidensten Versammlungsortes vom Zehntengeld zu nehmen. Doch dies trifft in keiner Weise auf Battle Creek oder Oakland zu. Lasst jene, die zum Gottesdienst zusammenkommen, sich vergegenwärtigen, welche Selbstverleugnung und Selbstaufopferung Jesus Christus an den Tag legte. Lasst jene Brüder, die vorgeben, Kinder Gottes zu sein, darüber nachsinnen, wie sie sich selber verleugnen können, wie sie einige ihrer Götzen aufgeben und in jedem Bereich gründlich sparen können. In jedem Heim sollte es ein Kästchen geben, in das Geld eingelegt werden kann, das für die Bedürfnisse der Gemeinde verwendet werden soll. Wenn solche Gemeinden, wie jene in Battle Creek und Oakland, mehr Selbstverleugnung als bisher an den Tag legen würden, dann würde es in der Schatzkammer einen Geldüberfluss geben, so dass man sich gegenüber jenen Menschen, die in Wort und Lehre arbeiten, gerecht verhalten kann. Special Testimony to the Oakland and Battle Creek Churches, Seiten 10 11

 

... nicht für unwirksame Arbeit

  • Jene, die sich dem Predigtamt weihen, nehmen eine äußerst wichtige Arbeit auf sich. Die Verkündigung des Evangeliums ist eine hohe und heilige Berufung. Richtig getan, wird das Werk des Evangeliumsarbeiters viele Seelen in die Gemeinde bringen. Viele haben den Fehler begangen, sich beglaubigen zu lassen. Es ist besser, wenn sie eine Arbeit annehmen, für die sie besser geeignet sind, als für die Wortverkündigung. Sie werden aus dem Zehnten bezahlt, aber ihre Anstrengungen sind schwach und sie sollten sich nicht weiter aus dem Zehnten bezahlen lassen. Das Predigtamt verliert in mancher Hinsicht seinen heiligen Charakter. Manuscript Releases, Band 17, Seite 305

    Gott fordert aufrichtige, ernsthafte und ausdauernde Arbeiter. Wir haben den Zehnten als Segen angesehen. Es sei ferne, dass er infolge der Verderbtheit der Menschen zu einem Fallstrick für jene wird, die ihn erhalten. Es ist etwas Schwerwiegendes, wenn Menschen, die aus dem Zehnten unterstützt werden, nur Konsumenten und nicht Produzenten sind, indem sie nämlich keine Frucht ihrer Arbeit vorweisen können. Die Arbeiter müssen bessere Resultate vorweisen als sie es in der Vergangenheit getan haben. Sie werden weder sich selber noch dem Werk Gottes gerecht. Brüder, arbeitet. Geht in den Weinberg des Herrn und arbeitet für Seelen. Erachtet keine Arbeit als zu beschwerlich. Gott sieht, dass einige, die schon seit Jahren im Werk gestanden haben und dafür entlohnt wurden, Selbstsucht hegen. Sie haben die günstigen Gelegenheiten, die sich ihnen boten, ungenutzt vorbeigehen lassen. Durch Untätigkeit haben sie ihre geistlichen Kräfte und Muskeln geschwächt. Manuscript Releases, Band 17, Seiten 248 249

    Das große Ziel unseres Werks ist es, das Licht jenen zu bringen, die sich in Finsternis befinden. Unser Werk umfasst die ganze Welt. Gottes beauftragte Boten sollen sich nicht mit dem Volk aufhalten, das schon lange in der Wahrheit ist. Es wird durchaus zuviel Arbeit auf die Gemeinden verwandt. Gottes Volk sollte sich nicht darauf stützen, dass andere die Arbeit für sie verrichten sollen. Lasst des Herrn Boten den Sieg des Kreuzes in die entfernten Gebiete tragen. Gleichzeitig sollten sie die Gemeindeglieder aufrufen, ihre Gebete gleich scharfen Sicheln ins Erntefeld zu senden. Die Gemeinde ernenne Prediger und Älteste, die dem Herrn Jesus ergeben sind. Diese sollen zusehen, dass Beamte gewählt werden, die sich treu der Arbeit annehmen, den Zehnten einzusammeln. Wenn die Prediger sich ihrer Aufgabe als nicht gewachsen zeigen, wenn sie es versäumen, der Gemeinde die Wichtigkeit aufzuzeigen, Gott sein Eigentum wieder zurückzugeben, wenn sie nicht besorgt sind, dass die Beamten unter ihnen treu sind, und dass der Zehnte eingebracht wird, dann sind sie in Gefahr. Sie vernachlässigen eine Angelegenheit, die für die Gemeinde Segen oder Fluch mit sich bringt. Sie sollten ihrer Verantwortung enthoben werden und statt ihrer prüfe man andere Menschen. Review and Herald, 1. Dezember 1896

 

für das ärztliche Missionswerk

  • Er (Kellogg] sagt, dass wenn keine Mittel freigegeben werden, um die Botschaft durch Arbeiter im ärztlichen Missionswerk in die Gemeinden zu tragen, dann werde er den Zehnten, der an die Vereinigung entrichtet wird, abzweigen, um das ärztliche Missionswerk zu unterstützen. Ihr solltet euch verständigen und in Harmonie miteinander arbeiten. Ich habe große Befürchtungen, dass es für ihn [Kellogg] eine Notwendigkeit wäre, den Zehnten von der Schatzkammer abzusondern. Wenn die Arbeiter dieses Zehntengeld in die Schatzkammer bezahlen, warum, so frage ich, sollte eigentlich diese Summe nicht für die Förderung des ärztlichen Missionswerkes verwendet werden? Brief 51 a, 1898, Seite 1(An Uriah Smith und G.A. Irwin, 6. Juni 1898). Manuscript Releases, Band 7, Seite 366

 

... nicht für Politik

  • Jene Lehrer in der Gemeinde oder Schule, die sich durch ihren Eifer in Politik kennzeichnen, sollten unverzüglich ihrer Arbeit und Verantwortung enthoben werden, denn der Herr wird nicht mit ihnen zusammenarbeiten. Der Zehnte sollte nicht verwendet werden, um jemanden für seine großspurigen Reden in Bezug auf politische Fragen zu bezahlen. Jeder Lehrer, Prediger oder Führer in unseren Reihen, der den Drang hat, seine Ansichten in Bezug auf politische Fragen zu erörtern, sollte erst durch Glauben an die Wahrheit bekehrt werden oder andernfalls seine Arbeit aufgeben. Sein Einfluss muss sich als Mitarbeiter Gottes zeigen, indem er Seelen für Christus gewinnt, oder seine Beglaubigung muss ihm entzogen werden. Wenn er sich nicht ändert, dann wird er Schaden und nur Schaden anrichten. Fundamentals of Christian Education, Seite 477

 

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