Jesus
der Meister, alle anderen sind Brüder
Jesus will kein Oberhaupt unter den Christen, denn er sagt:
„Aber
ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister;
ihr aber seid alle Brüder.“ Mt 23,8
Heiliger
Vater
Papst kommt von „Papa“ und bedeutet „Vater“.
Jesus verbietet eine derartige Einrichtung wie das Papsttum indem er
sagt:
"Und
ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden;
denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist".Mt23,9
Die
Anrede „Heiliger Vater“ verwendet Jesus ausschließlich
in bezug auf den Vater im Himmel (Johannes 17,11). Die Anmaßung
als Mensch diesen Titel zu tragen, ist daher eine Gleichstellung mit
Gott und folglich lästerlich.
Auf
diesen Felsen…
Die Worte Jesu „Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich
meine Gemeinde bauen…“ (Mt 16,18) auf die Einsetzung des
Papstamtes zu beziehen, ist eine Verdrehung der biblischen Aussagen.
Der Fels auf dem die Gemeinde gebaut ist, ist Christus:
1Kor3,11: Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt
ist, welcher ist Jesus Christus.
1Kor10,4: und haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; sie
tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte;
der Fels aber war Christus.
Schon
im Alten Testament wird der Begriff „Fels“ auf Gott bezogen:
Da ist vom „Hirten und Fels Israels“ (1.Mose
49,24) die Rede. Vergleiche Jesu Worte „Ich bin der Gute Hirte.“
(Johannes 10,11) und 1.Samuel 2,2: "Es ist niemand heilig wie der
HERR, außer dir ist keiner, und ist kein Fels,
wie unser Gott ist.“ oder 2.Samuel 22,2: "Der HERR ist mein
Fels und meine Burg und mein Erretter.“ S.a.
2.Samuel 22, 32.47; 23,3
Das
Neue Testament erklärt: „der Fels aber war Christus“
1. Korinther 10,4. Darum sagt Jesus in der Bergpredigt „Darum,
wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen
Mann, der sein Haus auf Fels baute.“ (Mt 7,24) denn „Einen
andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist
Jesus Christus.“ (1Kor 3,11)
Petrus
hat diese Worte offensichtlich nicht auf sich bezogen, denn er selbst
bezeichnet Jesus als den Fels (1.Petrus 2,4-8):
"Zu
ihm (Jesus) kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den
Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar.
Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen
Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer,
die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.
Darum steht in der Schrift (Jes28,16): »Siehe, ich lege in Zion
einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn
glaubt, der soll nicht zuschanden werden.«
Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen
aber ist »der Stein, den die Bauleute verworfen haben
und der zum Eckstein geworden ist,
ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses«
(Ps118,22; Jes8,14); sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht
an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind." 1Petr2,4-8
Jesus
wird auch an anderer Stelle als „Fels des Ärgernisses“
(Römer 9,33) bezeichnet.
Die
Pforten der Hölle
Jesus sprach: "Ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen
Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle
sollen sie nicht überwältigen." Matthäus 16,18.
Das
Wort "Petrus" bedeutet "ein loser Stein". Christus
bezog sich nicht auf Petrus als den Fels, auf den er seine Gemeinde
bauen würde. Sein Ausdruck "diesen Felsen" bezog sich
auf ihn selbst als das Fundament der christlichen Gemeinde. Nach den
Worten „auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen…“
(Matthäus 16,18) bezeichnet Jesus nur fünf Verse später
seinen Jünger Petrus als Satan, da Satan Petrus benutzt, um Jesus
zu versuchen. „Jesus aber wandte sich um und sprach zu Petrus:
Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; …“
(Matthäus 16,22.23)
Petrus
war nicht der Fels, auf den die Gemeinde gegründet wurde; ihn überwältigten
die Pforten der Hölle, auch als er seinen Herrn unter Fluchen und
Schwören verleugnete (Matthäus 26,69-75). Die Gemeinde dagegen
wurde auf einen Grund gebaut, den die Pforten der Hölle nicht überwältigen
konnten.
Mose hatte Jahrhunderte vor dem Kommen Christi auf den Fels des Heils
für Israel hingewiesen; der Psalmist hatte von dem "Fels meiner
Stärke" gesungen, und bei Jesaja steht geschrieben: "Darum
spricht Gott der Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen
bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet
ist." Jesaja 28,16. Petrus selbst, getrieben durch den Heiligen
Geist, wendet diese Weissagung auf Jesus an(s.o.). In der Gegenwart
Gottes und aller himmlischen Wesen, in der Gegenwart der unsichtbaren
Heere der Hölle gründete Christus seine Gemeinde auf den lebendigen
Felsen. Er selbst ist dieser Felsen -- sein eigener Leib, der für
uns verwundet und zerschlagen wurde. Die Pforten der Hölle werden
die auf diesem Grund erbaute Gemeinde nicht überwältigen.
Die
Schlüssel des Himmelreichs
Der Grund für die Worte Jesu an Petrus beruht auf seinem unmittelbar
vorher gegebenen Bekenntnis, dass Jesus der Messias sei. Jesus spricht
zu ihm stellvertretend für alle, die an Jesus glauben werden, also
zu seiner Gemeinde, die an Jesus allein auf der Grundlage des biblischen
Wortes glaubt:
"Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, daß ich sei? Da antwortete
Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!
Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas
Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern
mein Vater im Himmel". Matthäus 16,15- 17
Petrus hatte die Wahrheit ausgesprochen, die die Grundlage ist für
den Glauben der Gemeinde, und Jesus ehrte ihn nun als den Vertreter
aller Gläubigen. Er sagte ihm: "Ich will dir des Himmelreichs
Schlüssel geben, und alles, was du auf Erden binden wirst, soll
auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen
wirst, soll auch im Himmel los sein." Matthäus 16,19.
"Des Himmelreichs Schlüssel" sind die Worte Christi.
Alle Worte der Heiligen Schrift sind seine Worte und sind hierin
eingeschlossen. Diese Worte haben die Macht, den Himmel zu schließen
und auch zu öffnen; sie erklären die Bedingungen, unter denen
Menschen angenommen oder verworfen werden. So wird das Werk derer, die
Gottes Wort verkündigen, ein Geruch des Lebens zum Leben oder des
Todes zum Tode. Ihr Werk hat ewige Folgen.
Den Pharisäern warf Jesus vor:
„Weh
euch Schriftgelehrten! Denn ihr habt den Schlüssel der
Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen
und habt auch denen gewehrt, die hinein wollten.“ Lukas 11,52
Weil
sie das Wort Gottes entstellten und das Evangelium falsch darstellten,
rief er ihnen zu:
„Weh
euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das
Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein,
und die hinein wollen, laßt ihr nicht hineingehen.“ Matthäus
23,13
Wenn
Jesu Jünger in allen Zeitaltern den Missionsbefehl Jesu ausführen
„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker…
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“ (Matthäus
28,19.20), schließen sie den Zuhörenden das Himmelreich auf.
Der
Heiland übertrug das Anliegen des Evangeliums nicht Petrus persönlich.
Später, als er die Worte wiederholte, die er hier zu Petrus sprach,
bezog er sie unmittelbar auf die Gemeinde ("Wahrlich, ich sage
euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden
sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst
sein." Matthäus 18,18); sie wurden ihrem Inhalt nach auch
zu den Zwölfen als den Vertretern aller Gläubigen gesprochen.
Hätte Jesus einem der Jünger eine besondere Autorität
verliehen, dann würden wir sie nicht so oft darüber streiten
sehen, wer der größte unter ihnen wäre; sie würden
sich dem Wunsche ihres Meisters unterworfen und den geehrt haben, den
er erwählt hätte.
Statt einen zum Ersten zu berufen, sagte Jesus seinen Jüngern:
"Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen... Und ihr sollt euch
nicht lassen Lehrer nennen; denn einer ist euer Lehrer, Christus."
Matthäus 23,8.10.
"Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt."
1.Korinther 11,3.
Gott,
der alle Dinge unter seine Füße getan hat, "hat ihn
(Christus) gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles,
welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles
in allen erfüllt". Epheser 1,22.23. Die Gemeinde ist auf Christus
gebaut; sie soll ihm als ihrem Haupt gehorchen; sie soll sich auch nicht
auf Menschen verlassen oder von Menschen beherrscht werden. Viele meinen,
dass eine Vertrauensstellung in der Gemeinde ihnen das Recht gibt, anderen
vorzuschreiben, was sie glauben und was sie tun sollen. Gott aber anerkennt
solchen Anspruch nicht; denn der Heiland sagt: "Ihr aber seid alle
Brüder." Matthäus 23,8. Alle sind der Versuchung ausgesetzt,
alle dem Irrtum unterworfen, auf kein sterbliches Wesen können
wir uns als Führer verlassen. Der Fels des Glaubens ist die lebendige
Gegenwart Christi in der Gemeinde; darauf kann sich auch der Schwächste
verlassen, und die sich am stärksten dünken, werden sich als
die Schwächsten erweisen, wenn sie nicht Christus zu ihrer Stärke
machen. "Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt
und hält Fleisch für seinen Arm." Jeremia 17,5. Der Herr
"ist ein Fels. Seine Werke sind vollkommen". 5.Mose 32,4.
"Wohl allen, die auf ihn trauen!" Psalm 2,12.
Die
Offenbarung schildert, wer wirklich die Schlüssel in der Hand hat:
Jesus sagt dort:
"<Ich>
habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“
Offenbarung 1,18
Auch
die Prophezeiung Jesajas aus dem Alten Testament: „Und ich will
die Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter legen, daß
er auftue und niemand zuschließe, daß er zuschließe
und niemand auftue“ (Jesaja 22,22) ist keine Weissagung auf Petrus,
sondern auf Jesus selbst: „Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige
(Jesus), der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand
schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf:…“
(Offenbarung 3,7)
Vielmehr trifft auf das Papsttum zu: „Aber von den Tagen Johannes
des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalttätigen
reißen es an sich.“ Matthäus 11,12
|