Bis Himmel und Erde vergehen...Eine Betrachtung über das Gesetz Gottes Eines Tages erhielt ich einen Brief von einem Mann,
der behauptete, wir brauchen das Gesetz Gottes nicht mehr zu erfüllen.
Jesus hätte es erfüllt und daher kann es keine Forderungen mehr an uns
stellen. Ich war dankbar, daß er auch schrieb, die ganze Bibel müsse als Wahrheit beachtet werden. Auf dieser Grundlage konnten wir uns sehr gut auseinandersetzen. Die Bibel ist allein die verbindliche Richtschnur unseres Glaubens und jeder Punkt der Lehre muß mit ihr geprüft werden.
Gerechtfertigt aus Gnade
Ein scheinbares Problem Wir haben scheinbar ein Problem in der Bibel: Auf der einen Seite wissen wir, daß wir nicht aus Gesetzeswerken gerecht werden (Römer 3,26-30). Mit anderen Worten: Wir können uns unser Heil nicht verdienen, indem wir versuchen, das Gesetz zu halten. Auf der anderen Seite wird uns aber von Jesus selbst gesagt, daß wir das ewige Leben nicht ererben, wenn wir Gottes Gesetz nicht halten. "Und siehe, einer trat zu Ihm und fragte: Meister, was soll ich Gutes tun, damit ich das ewige Leben habe? Er aber sprach zu ihm:...Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote." (Matthäus 19,16.17b; s.a. Lukas 10,25-28) Wie bringen wir dies zusammen? Eine parallele Frage wäre: Wenn wir aus dem Glauben gerechtfertigt werden, warum werden wir dann nach unseren Werken gerichtet? (Römer 2,6; s.a. Offenbarung 20,12.13; 22,12; Matthäus 16,27; Psalm 62,13) Und warum ist dann das Gesetz Gottes der Maßstab im Gericht, wenn das Gesetz scheinbar keine Forderungmehr an uns stellt? (Jakobus 2,11.12 s.u.) Anders gefragt: Wie wirken Glaube und Werke zusammen? Die Bibel ist Gottes Wort und als solches nicht widersprüchlich. Was wir nicht verstehen liegt an uns - nicht an Ihm.
Was bedeutet "gerecht"? Wir können auf diese Fragen eine Antwort finden, wenn
wir darüber nachdenken, was "gerecht" überhaupt heißt. Paulus
sagt, "gerecht" ist jemand, der das Gesetz tut. "Denn
vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz
tun, werden gerecht sein." (Römer 2,13; s.a. Jesaja 48,18 s.u.)
Wenn jemand tötet oder die Ehe bricht, kann man ihn nicht als gerecht
bezeichnen. Von Jesus, der
Was bedeutet "Sünde"? Ein Übertreter ist ein Sünder (Römer 5,14). Daher definiert auch Johannes: "Jeder, der die Sünde begeht, der begeht auch die Übertretung des Gesetzes, und die Sünde ist die Übertretung des Gesetzes." (1.Johannes 3,4 Zürch.) Also: "Gerecht" ist jemand, der gemäß dem Gesetz handelt. Ein Sünder ist jemand, der das Gesetz übertritt. Es ist Gottes erklärter Wille uns Sünder, uns Ungerechte, die wir Gottes Gesetz übertreten haben, wieder gerecht zu machen, so daß wir fähig sind, gemäß dem göttlichen Gesetz zu handeln. "Denn vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein." (Römer 2,13). Jesus kam uns zu erretten von unseren Sünden, bzw. von unserer Ungerechtigkeit oder Gesetzesübertretung. Wir sollen von der Sünde frei werden.
Wie werden wir von Sünde frei? Wir sind Sünder. Von unserer fleischlichen Natur können wir Gott nicht gefallen. (Römer 7,18) Wie erreicht es Gott, daß wir von der Sünde, von der Übertretung Seiner Gebote, frei werden und fähig, nach Seinen Geboten zu handeln? Durch das Gesetz? - Nie und nimmer. Das Gesetz kann uns nicht von der Sünde befreien. Es hat keine Kraft, uns zu erlösen. Wie aber dann? - Durch den Glauben. Durch den Glauben können wir befähigt werden, die Sünde zu lassen und gerecht (d.h. Seinen Geboten gemäß) zu handeln.
Durch Glauben und Liebe Wenn ich Sünder meinen Heiland am Kreuz von Golgatha
im Glauben sehe und erkenne, daß der Schöpfer aller Dinge
Durch Christus frei von Sünde Wer sich glaubwürdig zu Gott bekennen will, muß auch
Seine Gebote halten. "Und daran merken wir, dass wir Ihn kennen,
wenn wir Seine Gebote halten. Wer sagt: Ich kenne Ihn, und hält Seine
Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht."
(1.Johannes 2,3.4) D.h.: Niemand ist in seinem Bekenntnis zu Gott glaubwürdig,
wenn er Seine Gebote nicht hält. Wenn aber Gottes Liebe in uns vollkommen
ist, dann werden wir auch ganz Sein Wort halten. "Wer aber Sein
Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes
Liebe - die Erfüllung des Gesetzes Er bat mich zu erklären, wie ich Römer 13,8 "in meine Lehre einbaue". Ich schrieb ihm, Paulus erkläre es ja selbst in Römer 13,9.10. Er sagt hier, wer seinen Nächsten liebt, der tötet niemanden, der bricht nicht die Ehe, etc. Er kann diese Liebe aufbringen, weil er sich von Gott geliebt weiß. So wie ihm vergeben wurde, kann er auch anderen vergeben; so wie er geliebt wird, kann er auch andere lieben. Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes. Wenn ich aber ein Gebot übertrete, dann habe ich die Liebe nicht (Johannes 14,15.21; 1.Johannes 5,3).
Bis Himmel und Erde vergehen... Dann wies mich der Mann auf einen Text hin: "Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht." (Matthäus 5,17.18) Er schrieb, daß der Sohn Gottes das Gesetz erfüllt habe und daß deswegen für uns nichts mehr zu tun übrig bliebe. Aber die Tatsache, daß Christus das Gesetz erfüllt hat, heißt doch nicht, daß es in uns nicht erfüllt werden soll. "Wer sagt, daß er in Ihm bleibt, der soll auch leben, wie Er gelebt hat." (1.Johannes 2,6) Ich hatte ihm ja schon einige Texte angeführt, die bezeugen, daß das Gesetz in uns erfüllt werden soll. "...damit die Rechtsforderung des Gesetzes in uns erfüllt würde..." (Römer 8,4; s.a. Römer 13,8; Galater 6,2) Wenn Christus das Gesetz erfüllt hat, heißt das , daß Er es gehalten hat - und zwar vollkommen. Er sagt doch ausdrücklich: "Meint nicht, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen." und "Bis Himmel und Erde vergehen soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist." Die Tatsache, daß Himmel und Erde noch bestehen, ist doch Beweis genug dafür, daß auch das Gesetz noch besteht. So auch in Lukas 16,17: "Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß ein Tüpfelchen vom Gesetz fällt."
Frei vom Gesetz Er wies mich auch auf Galater 5,18 hin: "Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz", ebenso Römer 7,6. Ich antwortete, ich sei der Überzeugung, auf der Neuen Erde, wo es keinen Sünder mehr geben wird, gebe es kein Gesetz auf Tafeln, bei dem man ständig aufpassen müßte, es nicht zu übertreten. Jedem wird dies Gesetz ins Herz geschrieben sein (Hebräer 8,10). Jeder wird das Gesetz von Herzen halten. D.h., jeder liebt den anderen, wie sich selbst; jeder liebt Gott über alles. Auf diese Weise wird jeder frei sein vom Gesetz. Um dies zu verdeutlichen, gab ich ihm ein Beispiel: In den öffentlichen Verkehrsmitteln besteht Rauchverbot. Dieses Gesetz muß sichtbar auf einem Schild angebracht sein. Die einzigen, für die dieses Verbot (Gesetz) angebracht wurde, sind die Raucher. Gegen sie ist das Gesetz gerichtet. Sie sind unter dem Gesetz. Der Nichtraucher braucht dieses Gesetz gar nicht. Er raucht ja sowieso nicht. Für ihn könnte man es auch abnehmen. Er ist frei vom Gesetz. Er ist nicht mehr unter dem Gesetz. Wenn er das Gesetz aber wieder übertreten und rauchen würde, wäre er wieder unter dem Gesetz. Das heißt es, dem Gesetz gestorben zu sein, wie es Paulus in Römer 7,6 beschreibt. Wenn wir von dieser Stelle weiterlesen, erkennen wir, daß er nicht sagen wollte, unsere Freiheit vom Gesetz bedeute, das Gesetz sei hinfällig. "Das sei ferne" (Vers 7). Das Gesetz bringt bloß die "Erkenntnis der Sünde" (Vers 7). Erst wenn der "alte Adam" stirbt (Vers 10) - das sündige Wesen, bin ich frei vom Gesetz, weil ich es aus Liebe ganz von selbst halte. "So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut." (Vers 12)
Das Gesetz des Mose
Resümee Zusammenfassend sagte ich: Das Gebotehalten kann uns Gottes Liebe nicht erkaufen. Vielmehr zeigt es, ob wir diese Liebe besitzen. (Johannes 14.15) Gebotehalten heißt gerecht handeln. (Römer 2,13) Dies ist nur durch den Glauben möglich. Die Werke sind eine Frucht unseres Glaubens, denn Glaube ohne Werke ist tot. (Jakobus 2,17.26)
Das Gesetz - Merkmal der Übrigen Der Kampf zwischen Christus und Satan ging immer um
das Gesetz Gottes. Satan täuschte schon das erste Menschenpaar, damit
sie Gottes Gebote übertreten würden. Er sagte: "Sollte Gott gesagt
haben...?" (1.Mose 3,1) und säte damit Zweifel an den Vorschriften
Gottes. Er flüstert uns ein:'Nimmt Gott es wirklich so genau?` Auch
Kain und Abel unterschieden sich durch Gehorsam und Ungehorsam. Abel
brachte im Glauben an das Blut des Erlösers ein Lamm als Opfer. Kain
betete Gott auf eine Art an, die ihm selbst recht erschien. Auch zu
Elias Zeiten ging es auf dem Berg Karmel um die Frage der richtigen
Anbetung, d.h. um Gehorsam oder Ungehorsam. Es geht nicht darum. ob
wir anbeten, sondern wie wir anbeten. Nicht alle, die sich Christen
nennen, werden in den Himmel kommen. Jesus sagt selbst: "Es werden
nicht alle, die zu mir sagen: Herr,Herr!, in das Himmelreich kommen,
sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele
zu mir sagen an jenem Tage: Herr,Herr, haben wir nicht in deinem Namen
geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen |
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